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Vorwand verzweifelte Unternehmungen, so daß man kaum wa-gen durfte, nach nenn Uhr Abends über die Straße zu gehen"").
Derselbe Gewährsmann versichert nnö ferner: „Alte Edel-lente, welche ihr Hab und Gut in bestem Stande (womit sieals wohlhabende Leute gelebt) ihren Söhnen überlassen hatten,mußten es erleben, wie ein Theil davon in Sans und Brausanfging, und hatten die Aussicht, daß der Rest Nachfolgen würde.Der Stand der heiligen Ehe ward zu einem Possenspiel, dasmanche Familien zu Grunde richtete. Hnrenhäuser hatten star-ken Zuspruch, und selbst Männer von hohem Range entweih-ten ihren Leib, um ihre Lüste zu befriedigen, und verschwen-deten ihr Vermögen in unzüchtigen Genüssen. Ritter undEdellente, welche in Hoffart und Prassen ihr Vermögen dnrch-gebracht, sammelten sich in der Hauptstadt, um auch noch ihreTugend durchznbringcn, und führten ein lüderliches Leben; dieFrauen und Töchter von Vielen gaben schmählich ihre Leiberpreis, um standesgemäß leben zu können. Bierhäuser, Würfel-häuser, Schenken und Wohnsitze der Schlechtigkeit sind aller-wärts über die Maßen zahlreich."
Nicht etwa bloß in dem Buche eines puritanischen, viel-leicht satyrischen Schriftstellers finden wir das widrige Ge-mälde der Sittenrohheit im Anfänge des siebzehnten Jahrhun-derts. Vielmehr ist in allen Lustspielen jener Zeit die lustigeund witzige Person ein junger Erbe, der die ganze Einrichtungseines Vaters verändert hat und, wie die Alten sagten, einemSpringbrunnen gleich, in Lässigkeit und Ausschweifung denReichthum verschleuderte, den seine sorgsamen Aeltern mitMühe in geheimen Behältern gesammelt.
*) Geschichte der vierzehn ersten NegierungSjahrc von König Jakob.Siehe SomcrS' Abhandlungen, herauSgeg. von Scott. Bd. 2. S- 2S6.