Druckschrift 
5 (1853)
Seite
434
Einzelbild herunterladen
 

434

Dicin, baö ifl feine wahre ©ottfeligfeit, fein reiner Siebenfiim, wo baö Sewußtfein, rec^t su üanbeln, sugletch Ungefällig»feit imb ein fränfenbeö SBefen gegen Slttbere cinftößt. Su fannftein rcbttchcr, offener, gerober Sftcnfch fein, aber beine Sitgenbberechtigt bieß fcineöwegö, Slnbcrit mit grober £ärtc ju begegnen,i(;ncn Derbheiten ju fagen, wobureß fic gefränft werben. Snhajt »icltciiht bie gerechte Sache, aber bein ©tots barauf ift babUngerechte an bir unb beiner Sache. SBetßt bu nicht, baßoft weit weniger barauf anfonimt, waö man thut, atö wieman thut, unb baß baö Sugcnbticße einer panblung oftweniger in bemfenigen befteht, waö fie gewährt, ats in ber 2trtunb SBcifc, wie ffc teiltet? Seine fiitfe, welche bu bem,ber in SBcrlegcnbctt ift, bringft, bertiert alten SBcrth, oft altegrueßt, wenn bu fie mit unfreunblichen SBorten unb SBorwiirfenbringft. Sin geringes Sltmofen freut unb trofiet ben Scibenbenmehr, wenn ihm auf fehonenbe SBcifc mit gütigem SBefenjufommt, atö eine anfeßntieße ©etbfummc, bie ihm mit beteibigen»ber Srocfenßeit auf eine für ihn bemüthigenbe Slrt hingeworfenwirb. Su fannft gut meinen, aber beine innere Stccßttichfeitcntfcßulbigt niemals beine äußere Unfreunbltcßfcit unb $>ärtc.Su fchlft im Slugenbticf, ba bu bir feßmeießetft, löblich ju feinunb recht su tßun.

Snnerc ©üte ficht feineSwcgS in 3wietracßt mit äußerer Sin»muth: fonberu bie Siebe, ©anftmuth, greunbtießfeit unb ©ebutbfinb bie grüeßte bcS ©cifteS. SBcnn bu beinern Srubcr ein lieb»liihes Obft in gotbenen ©chaten bringen fannft: warum rnütßbu cs ihm mit wuubertichcm Sigenftnn in feßmufjigen ©efäßenreichen? Unfer innerer SBertf; gibt uns feine Scfugniß, benäußern su »erachten. Seine Sinficßtcn, beine SBiffcnfchaftenmögen frf;ä^bar fein, aber bein trofsiger goeßmuth es nicht,mit bem bu ben äußerlichen Slnßanb muthwitfig öcrnachläffigeft,