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3 (1853)
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Sogar die ersten nachtheiligen Wirkungen einer Unternehmungoder Handlungsart von andern Personen geben uns nicht immerdas Recht, den Werth ihrer Sache oder ihrer Gemiithsart fürschlecht zu erklären. Ist uns denn nicht selbst schon Vieles miß-lungen, und hat nicht Manches, das von uns in bester Absichtgethan ward, auch wirklich scheinbar üble Folgen nach sich ge-zogen? Ist denn darum die Religion Jesu Christi, oder dieAbsicht ihres göttlichen Urhebers verwerflich gewesen, weil dieReligion so viel Streit, Krieg und Blutvergießen unter denMenschen veranlaßte? Jesus selbst sah diese Wirkungen vorher,und sagte sie voraus. Aber deswegen stand er nicht von seinemWerke ab.

Und gestehen wir es uns doch nur selber: oft find unsere un-günstigen Meinungen über das Thun und Lassen Anderer dieFrüchte höchst kleinlicher Ursachen. Gestehen wir es uns doch,daß gewöhnlich unsere Eigenliebe und Selbstgefälligkeit dabei dasgroße Wort mitspricht, daß wir uns dabei gern als die Klügern,Verständigem, Bedächtigem und als die Edeldenkendern sehenlassen möchten! Gestehen wir es doch, daß zuweilen bloß dasAeußerliche einer Person, welches uns nicht gefällt, oder die Art,wie sie sich vielleicht bei irgend einer Angelegenheit gegen unszeigte, einen mächtigen Einfluß auf unsere unvortheilhafte Mei-nung von ihren Verrichtungen hat. Gestehen wir es, daß wirzuweilen bloß deswegen wider Jemanden gestimmt sind, weil seinThun und Lassen unscrm eigenen Interesse zuwider sein kann.Ja, oft sind wir so schwach, daß wir Jemanden ohne andersmitverdammcn helfen, bloß weil wir unbesonnen und treuherzigalles Schlechte nachschwatzcn, was wir vom Hörensagen wissen.Wir würden vielleicht unsere Meinung auffallend verändern,wenn wir den Jemand genauer kennen lernten und die wahrenBeweggründe seines Verfahrens.