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daß der Fehler nicht sowohl an der Welt und den Menschen, alsan uns selbst liege. Viele bilden sich gern ein — denn cs kitzeltihre Eigenliebe — sie seien von der Welt nicht verstanden, sieseien verkannt von ihr; aber im Grunde verkennen sie die Welt,und verstehen das Leben nicht.
Christus, der Sohn Gottes,.warnte vor diesem Fehler. Aberes ist sehr schwer, das wirkliche Dasein eines solchen Fehlers inuns selbst wahrzunchmen. Denn wie kann ich immer wissen, obich bei meinen Wünschen, irgend eine gute Sache auszuführcn,Welt - und Lebenskenntniß genug dazu habe? Wie kann ich wissen,ob meine Vorstellungen von den Menschen übertrieben find?
Hüte dich vor allen Dingen, an die Zuverlässigkeit deinerUriheile über Personen und Sachen zu glauben, wenn du weißt,daß du mit einer oft allzulcbhaften Einbildungskraftbegabt bist. Traue dir selber nicht. Höre das Urthcil älterer,erfahrnerer, umsichtigerer Personen. Noch mehr, bemühe dich,die Lebhaftigkeit deiner Einbildungskraft zu mäßigen, und zwardadurch, daß du sie weniger, dafür aber mehr den ruhig berech-nenden Verstand beschäftigest. Die Einbildungskraft, eine so herr-liche Gabe Gottes sie ist, wird für das Gcmüth nachtheilig,wenn sie sich an die Stelle des Verstandes schwingt. Sic ist nurein untergeordnetes Vermögen der Seele. Der Geist, ruhigprüfend, soll allein herrschen. Die meisten Verirrungen der Ju-gend, so wie aller guten Menschen, in Beurtheilung der Welt,entspringen aus dem Uebcrgewicht, welches sie der Einbildungs-kraft gegen die Erfahrung einräumen. Dadurch versetzen sie sichin eine selbst gedichtete Welt, welche nirgends, als in ihnen ist,und verwechseln ihre Träume und Vorstellungen mit der wirk-lichen Welt, die sie sich viel zu wenig Mühe gaben kennen zulernen.
Versäume keine Gelegenheit, mit und unter den Men-