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weil er kälter, bedächtiger, anspruchloser ist, ohne weiteres Prü-fen verdammen, verachten, meiden, und selbst gegen seine un-läugbarcn Verdienste ein Vorurthcil nähren. Er wird sich sounaufhörlich betrügen; nicht mit den wirklichen Menschen, son-dern mit seinen Einbildungen von ihnen, umgehen; Keinen ver-stehen und von Keinem verstanden werden. — Es fehlt leider andergleichen Schwärmern nicht, von denen man zu sagen pflegt,daß sie nirgends ganz hinpaffcn; die man zwar lieben, aber zu-gleich bemitleiden muß. Sehr oft machen sie durch ihre phan-tastischen Vorstellungen das Unglück derer, die nach denselbenunrichtig handeln. Noch öfter machen sie sich selbst elend, ent-weder wenn sie Betrügern in die Hände fallen, die ihre Thor-heit benutzen, oder wenn sic, beständig betrogen in ihren Er-wartungen , endlich überall Betrug und Verrath fürchten, Keinemmehr vertrauen wollen, Ekel an der wirklichen Welt empfinden,die sic nie kannten, und eben dann am meisten verkennen, wennihre ehemalige Begeisterung und Liebe für die Menschheit sich inbittere Menschcnverachtung oder gar in Menschcnhaß umkehrk.Es verachtet Niemand die Menschen mehr, als der sie vorherallzugutmüthig und heiß geliebt hatte. Aber sowohl sein Haß,wie seine Liebe, sind keine Zeugen vom Werth oder Unwerth derMenschheit, sondern von der Fehlerhaftigkeit seiner Vorstellungs-art von der wirklichen Welt.
Personen von feuriger Einbildungskraft und lebhaftem Sinnfür das Gute, die sich gewöhnt haben, mehr in sich und mitihren Urbildern von Vollkommenheit, als in der wirklichen Weltund mit den Menschen, wie sie find, zu leben, verlieren sichleicht in diese Fehler, ohne Prüfung der Zeiten, der Umstände,der Menschen, das, was sie für das Höchste und Beste halten,im alltäglichen Leben auszuführen. Sie find immer voll großerund schöner Entwürfe, an deren Gelingen sie ihre eigene Be-