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Die Verirrungen guter Menschen in Be-nrtheilung des Lebens.
Joh. ie, 1. 3.
Jordre nicht, um deinen Wunsch zu stillen,
Eine bcss'rc Welt;
Sie ist besser, denn wofür dein EigenwillenSie oft hält.
Du denkst edel — bist du sonder Mangel?
Schlägt dein Herz stets rein?
Forvre renn auch nicht, -aß Andre hier schon EngelDer Vollendung sei'n.
Jeder wandle still in dem GeleiseEigener Natur;
Suche still und duldend nur in seinem KreistGottes Spur!
l^n dem Gemüth aller Sterblichen ist ein Bild dessen/ was gut,vollkommen und heilig ist. Dieses Urbild der Vollendung wirdder Maßstab, nach welchem wir die Höhe oder Niedrigkeit un-serer eigenen Handlungen richten. Wir erkennen durch Verglei-chung unserö Lebens und wirklichen Seins mit dem, waswir sein sollten, wie weit wir noch vom hohen Ziel der Voll-kommenheit entfernt stehen. Daraus entsteht in allen vortreff-lichen Gemüthern das heiße Streben, immer das Beste zu be-gehren, und nach dem Vollendetsten in seiner Art zu ringen.Daher entsteht, daß jeder Mensch sich für die Thätigkeit seinerKräfte, selbst für sein bürgerliches und häuslichen Leben, immerein noch höheres Ziel erwählt. Ohne jenes in uns wohnendeUrbild des Vollkommenen würden wir beinahe ohne alle Wünschenach einem bessern Zustande sein.