weit losgewnndcn hast, daß du das Liebste auf Erden verlierenkannst, ohne darum dein ganzes inneres Glück und jene Him-melsruhe cinzubüßcn, welche das Bewußtsein der Tugend gewährt.Je weniger Werth dies Erdcnlcbcn für dich hat, mit Allem, wases dir geben kann, um so höher ist dein eigener Werth. Erstdann wirst du mit dem hcldcnmüthig frommen Apostel sagen:Wir find getrost alle Zeit, und wissen, daß, dieweil wir im Leibewohnen, so wallen wir dem Herrn. Wir find aber getrost, undhaben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zusein bei dem Herrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir seiendaheim oder wallen, daß wir ihm Wohlgefallen. (2. Kor. 5,6.8.9.)
Was bin ich werth? — Ich erkenne auch den Werth,welchen ich auf das Leben oder einige Gegenstände desselben setze.Je größer» Werth dies Leben, dies flüchtige, nichtige, für denSterblichen hat, je gcringcrn hat er noch in sich selber. Er istmit dem Vergänglichen noch enger verwandt, als mit dem Un-vergänglichen , mit dem, was von. Staub kommt und zum Staubzurückkchrt, enger, als mit Gott und allem Göttlichen.
Wohin hat mich diese Betrachtung geführt? — Da stehe ich,vor mir selbst befremdet, und blicke auf die Welt, auf mich, und,
oGott, empor zu Dir! -Und indem ich auf alles das hiu-
sehc, was mich in dieser Welt besonders an sich zieht; aufAlles, was, wenn ich ihm nahe bin, mein Herz freudiger be-wegen, oder was mich in namenlosen Schmerz stürzen würde,
wenn ich cs verlieren sollte-so habe ich meinen eigene»
Werth gewogen. Noch bin ich von meiner inncrn Vollendungfern, ach! ich liebe, ich fürchte noch in diesem Leben und vonihm zu vieles, das weder diese leidenschaftliche Liebe, noch Furchtverdient. Noch hange ich zu sehr an Manchem, mehr als meinerRuhe, .meiner innern Seligkeit und selbst meiner Tugend zu-träglich ist. — Nicht daß ich allen schönen Freuden, die Deine