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noch nicht einmal den steten Frieden und die Glückseligkeit ihreseigenen Gemüths zu gründen vermögend find.
Aber ist Selbstbeherrschung die letzte und höchste Stufe derVollendung, die der Mensch zu ersteigen hat?
Nein! Wäre fie es, so würde Jesus, der göttliche Welterleuch-ter, nichts Höheres gelehrt und gepredigt haben, als was vorihm schon viele Weisen des Alterthums gelehrt und gepredigthatten. Ja, schon ehe Jesus Christus die Erdenwelt betrat,hatten die tugendhaftesten und einsichtsvollsten Männer gelehrt,daß Sclbstkenntniß und Selbstbeherrschung die höchste Würde desMenschen vorbereiten. Noch mehr, fie selbst gaben in ihremeigenen, herrlichen Lebenswandel das rührende Beispiel der Selbst-kenntniß und Selbstbeherrschung, und bewiesen, daß diese Tugen-den nicht zu schwer wären, daß jeder Sterbliche sie üben könnte.Sie thatcn es! Noch heute ehrt die Welt die Namen so edlerMänner. Sie thaten cs! O ihr Christen, die ihr feig und skla-visch vor Erfüllung dieser himmlischen Pflichten bebet, sie thatcncs, und doch war ihnen kein Jesus erschienen — nur finstereAhnung war ihnen Ewigkeit und Gericht, was uns durch gött-liche Offenbarung schauerlich entzückende Gewißheit geworden.Sie thatcn es — Christen, und die es thatcn, waren nur Heiden!
Aber Jesus, der Hochcrhabenc, trat mit dem Glanze himm-lischer Weisheit in die Welt, und forderte mehr.
Auch er forderte Selbstkenntntß, und daß Jeder sich prüfe,weil ohne Erkenntniß unserer Sünden keine Vermeidung derselbengedenkbar ist. Auch er forderte Selbstbeherrschung, Selbstver-läugnung, weil, wer nicht seinen Lüsten und Begierden Zaumund Gebiß anlegcn kann, von ihnen unterjocht und von der Nach-folge Jesu ausgeschlossen wird. Doch dies Alles thatcn auch dieHeiden. Sic schonten ihres Feindes, sie machten das Glück ihrerFreunde, sic verabscheuten die Ausschweifungen des Schwelgers,