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3 (1853)
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treibe, meinen Vortheil vermehre, auch den Nutzen anderer Men-schen befördere; wenn ich den obrigkeitlichen Personen die erforder-liche Ehrerbietung bezeuge, und ruhig dulde, was nicht zu ändernist; keine aufrührerische Gesinnungen hege, und die Abgaben vonAllem entrichte, welche ich nicht verweigern kann?

Wohl, wenn darin das Lob eines guten, eines christlichenUnterthans allein besteht, so genießen viele Tausende dieses Ruhms.Sic leisten ihre Schuldigkeiten in gebührender Ordnung, wo sie ausFurcht unvermeidlicher Strafe gezwungen sind, es zu thun. Hin-gegen sind sie schon nicht so genau mit sich, dann auch noch wahr-haften Bürgcrsinn zu zeigen, wenn sie nicht durch Strafen be-droht sind; sie halten es schon für kein großes Vergehen, dieObrigkeit und deren Befehle hinterlistig zu umschleichen, wo ihreUntreue nicht gar leicht entdeckt werden könnte; sic machen sichkein Gewissen daraus, ihre Vermögensumstände, je nachdem sieVortheil davon ziehen können, bald größer, bald geringer an-zugeben, als sie in der That sein mögen, und so den Staat zubetrügen; sie halten es für etwas sehr Unschuldiges, wenn sieaus Bequemlichkeit oder aus Eigennutz den ihnen anvcrtrautenTheil des gemeinen Wesens oder der öffentlichen Verwaltung nurals Nebensache, als fremde Angelegenheit, die sic nichts angeht,nachlässig behandeln, und zwar um so mehr, wenn sie dabeiweder viel Geld noch viel Ehre cinärntcn können.

Ist dies recht? Man zuckt die Achseln, und spricht: Aberich allein kann und will mich nicht aufopfcr»; Niemand würdemir danken. Ist dies Weisheit, ist dies Christcnfinn? DasGewissen spricht nein, aber der Eigennutz nennt cs Klugheit undbillige Selbstliebe.

Ist es wirklich Klugheit und billige Selbstliebe, wenn wir dader Obrigkeit und dem Vaterlande Ehrlichkeit verläugnen, wowir keine Strafe zu besorgen haben? Unfern Wohlstand, unser