Druckschrift 
3 (1853)
Seite
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men. Du wirst mit fester Ruhe den Tod deiner Geliebtestenauf Erden ertragen. Sie hatten den Beruf, wie du. Ihre gött-liche Sendung, derentwillen sic in die Welt kamen, ist nur einigeTage früher vollendet worden, als die dcinige. Sie stehen amZiele. Sie empfangen aus Gottes Hand, nach hier vollendetemGeschäft, eine schönere Laufbahn. Sie wird auch dir zu Theilwerden. Mag ihre Hülle modern du hast ja nicht die Erden-theile an ihnen geliebt, von denen sie umgeben waren, sondernihre Seele. Diese Seele bleibt dir ja verwandt und treu. Siebleibt ja in Gott; verharre nur du auch in Gott, so ist keineTrennung möglich. Denkst du, empfindest du so: wo ist einEreigniß, das deine Heiterkeit, deinen Seelenfrieden, das heißt,dein wahres, bleibendes Glück, verderben könnte? Bist du dannnicht der Schöpfer deines höhern Schicksals geworden? Kanndich dann ein irdischer Sturm erschüttern, oder nur berühren?

So war Deine hohe Seligkeit auf Erden, o Jesus, DuGöttlicherl Du verachtetest das Irdische, und genössest nur da-von, so viel es zur Erhaltung Deiner menschlichen Natur undDeines Wirkens nothwendig war. Du liebtest alle Wesen umDich her; die Kinder Gottes nanntest Du Deine Brüder. DeinBeruf, deswillen Du in dies Leben gesandt warst, ist gewesen,eine sündige Welt von den Banden der Finsterniß, von denFesseln des Jrrthums, der Sünde zu erlösen, und die Geisterfrei zu machen von der Knechtschaft, in der sie durch sinnlicheGelüste gehalten werden. Diesen Beruf allein hattest Du inallen Deinen Wegen vor Augen. Ob Dich das Volk bald zumKönige von Israel ausrufen, bald steinigen wollte, bekümmerteDein göttliches Gemüth nicht. Ach, die irrende Menschheit be-griff nicht die Erhabenheit Deiner Sendung und Deines ThunS.Du fandest darin keine Schmach, in Knechtsgestalt einherzugchen >Du nanntest cs kein Unglück, oft nicht zu haben, wohin Du