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und die Wahrheit zu wenig kennt, wer in eine Bequemlichkeitmehr oder weniger sein ganzes Glück setzt, kann beim Zusammen-sturz irdischer Wohlfahrt Ruhe und Zufriedenheit auf immer ver-lieren. So gab es Menschen, welche sich zuletzt mit verruchterHand selbst das Leben raubten, weil ihr Leib nicht mehr dieGenüsse haben konnte, nach denen er am meisten geizte.

Alles Gute hat unfehlbar seine guten Folgen. Ja, dieseFolgen erstrecken sich nicht bloß aus die innere Heiterkeit unsersGemüths, auf die selige Empfindung, daß wir Gottes sind, undnach dem Traume des Erdenlcbcns rin noch unendlich herrlicheresLoos zu erwarten haben: sondern nicht selten sogar auf unsereirdischen Verhältnisse. Der rechtliche Mann, der Menschenfreund,der Wohlthätcr der Hilfsbedürftigen, der Friedfertige, der Be-scheidene ist er nicht von dem Zutrauen, von der Liebe Allerumgeben, die ihn kennen zu lernen Gelegenheit hatten? Trifftihn ein Unglücksfall, mit wie viel stiller, herzlicher Theilnahmcbegrüßt ihn Jeder! Wie gern wünscht Jeder demjenigen zu helfen,der sonst immer bereit war, Andern zu helfen! Die liebende,sorgfältige, ordnungsvollc Hausmutter, wer schätzt sic nicht? Werehrt nicht ihre Tugend im Leben unter den Kindern, ihren freund-lichen Ernst gegen das Gesinde, ihre Gefälligkeit gegen Bekannteund Nachbarn, ihre bescheidene Anspruchlosigkeit, wo Andere mitihren Verdiensten glänzen würden?

Gott will cS: alles Gute soll hienicdcn seine guten Folgen haben.Daher ist cs längst eine von allen Erfahrungen bekräftigte Wahr-heit, daß cs keine bessere Klugheit gebe, als die Tugend. Wirwissen nicht immer, was unter gewissen Umständen nützlich seinkönne; aber jeder Mensch weiß, was unter allen Umständen rechtund edel gethan ist. Unser Verstand kann oft irren; aber unserGewissen irrt nicht leicht. Der Wille zum Besten ist in unsererMacht; aber der Erfolg des Besten hängt von Gott ab.