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Religion-fachen vermehrte sich nach dem Tode der Apostel. Manfing an, von der Einfachheit der ersten Christen abzuweichen,brachte spitzfindige Untersuchungen da an, wo ein frommer Glaubeherrschen sollte, und stritt sich über die Person Jesu Christi, überdas Verhalten der göttlichen und menschlichen Natur in ihm,über das Gehcimniß einer Dreieinigkeit Gottes, und mancheandere Gegenstände, worüber der Heiland selbst weniger gesprochen,da er vorzüglich nur auf Neinigkcit des Herzens, auf göttlichenSinn in Wort und Werk, ans Liebe zum ewigen Vater, aufLiebe zur Menschheit gedrungen, und mit der Veredlung unsersGeistes die Hoffnungen der Ewigkeit verbunden hatte.
Doch auch diese Zwietracht christlicher Ncligionsparteien, sotraurig ihr Anblick war, konnte nur zur schuellern Fortpflanzungdes ChristcnthumS helfen. Jede dieser Parteien predigte mitverdoppeltem Eifer ihren Glauben, und suchte Anhänger zu ge-winnen, um desto mehr Stärke zu erhalten. So scholl die LehreJesu von den warmen Ufern Indiens bis zu den Eismeeren,und das Kreuz, dies Sinnbild der Religion Jesu, ward in denSandwüstcn Afrika'S, wie in den kalten Ländern der Barbarenaufgepflanzt, welche im mitternächtlichen Thcil Europa's wohnten.
Umsonst erhob sich die Wuth der heidnischen und jüdischenPriester neben ihren verlassenen und verfallenen Altären gegendie junge Religion; umsonst sandte man bewaffnete Heere gegendie treuen Jünger Jesu aus; umsonst loderten überall Scheiter-haufen für die Bekenner des Christenthums, umsonst erschöpftesich die Kunst der Barbaren im Erfinden neuer Qualen für sic.Die Religion Jesu siegte; jeder Scheiterhaufen ward ein neuerTriumph für sic, jede Folterbank ein neuer Altar, jeder Kerkereine neue Kirche. Tausende starben für die Wahrheit eines Glau-bens, der die Schrecken der Welt und des Todes überwindet.