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3 (1853)
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Jesum, vor dem me das Ansehen der Person galt; er verläugnetGott aus Menschenfurcht; er verläugnet sein Christenthum umder Welt willen.

Mancher, dessen Geist von der Wahrheit des himmlischenWortes tief erschüttert ward, wenn er es entweder im Tempelvernahm, oder mit einem heiligen Buche sich einsamen Betrach-tungen überließ, empfand seine eigene Unwürdigkeit, den NamenChristi zu tragen, ohne ihn zu verdienen. Oft sprach er viel-leicht zu sich selbst: Warum kann ich nicht Jesu Jünger ganzsein? Wie, sollte es nicht möglich sein, daß auch heute nochein Mensch ein wahrhaft heiliges Leben führe? Ich kenne meineSchwächen, ich will sie vernichten. Ich kenne meinen Hang fürmanches heimliche Vergnügen, das mich oft zu Fehltritten ver-leitete; ich will ihm auf immer entsagen. Ich habe mich niegroben Lastern ergeben; ich habe nie absichtlich böse gehandelt;aber tief empfinde ich es ich habe auch bei weitem nicht soviel Gutes in der Welt gestiftet, als ich hätte stiften können.Manche unglückliche Familie hätte ich unterstützen, manche Thränetrocknen können, wenn ich meinen Ueberfluß, statt mit demselbenin Gesellschaften und bei allerlei Anlässen zu glänzen, zur Freudeder Leidenden verwendet haben würde. Vieles würde ich zumBesten meiner Mitbürger oder zur Begünstigung gemeinnützigerUnternehmungen haben beitragen, manche arme Waise würde ichhaben erziehen lassen können, wenn ich mich selbst mehr einge-schränkt hätte- Es sei! ich will es nun beginnen, was ich solange versäumte.

So spricht Mancher, so haben gewiß Viele gesprochen inStunden schöner Begeisterung. Aber sie traten aus dem Tem-pel, sie traten aus der Einsamkeit hervor, und sahen sich ohneMuth, so edel, so in Christi Geist zu leben, als sie sich vor-gesetzt hatten. Sie zitterten, daß sie doch Gefahr liefen, von