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soll sein eine Sache des Herzens. Er wollte uns durch sic jeneUnschuld und Heiligkeit wiedcrgcben, welche im Paradiese ver-loren ging; jene Gottähnlichkcit, in der die Menschheit erschaffenwar. Darum sagte er zu seinen Jüngern : wenn ihr nicht werdetwie die Kindlein, so werdet ihr nicht ins Himmelreich eingehcn.Darum sprach er: ihr sollet vollkommen werden, wie euer Vaterim Himmel vollkommen ist. Aber Zweifeln und Deuteln an denGeheimnissen göttlicher Dinge macht uns nicht vollkommener, undbesondere Meinungen und Forschungen über die PersönlichkeitJesu machen uns nicht unschuldiger. Auch forderte er nie dazuauf, wohl aber dazu, daß wir in seinem Sinne lieben, denNächsten, wie uns selbst, Gott über Alles. — Was dir verbor-gen oder uncrforschlich bleiben soll, was allen Jahrhundertenunerklärt und unerforscht blieb, das versuche nicht mit frucht-loser Anstrengung deines Witzes zu erklären und zu erforschen.Glaube und schweige, und bewahre dein Heiligthum in der Brust.
In eine» Fehler ganz entgegengesetzter Art verfallen aber die-jenigen, welche wirklich Religion haben, Religion lieben, denenTugend, Gott und Ewigkeit das Heiligste sind, und welche sichgewissermaßen schämen, die Religiosität ihres Sinnes zu vcr-rathcn. Es gibt ihrer Viele, selbst würdige, rechtschaffene Leute,welche sich gern und mit Inbrunst in ihren Gebeten zu Gottwenden, aber aus seltsamer Mcnschcnfurcht Alles anwendcn, zuverhüten, daß die Welt glaube, sic könnten beten. Es gibtAndere, welche von den Wahrheiten der Religion aufs Tiefstedurchdrungen sind, aber aus einer wunderlichen Schüchternheitdies vor den Leuten nicht nur verhehlen, sondern selbst in muth-willigcn Gesellschaften ohne Zurückhaltung mit einstimmcn, wennreligiöse Gegenstände irgend einer Art ans lächerliche Weise ver-handelt werden.
Was wollen diese? Sie sind religiös, und möchten das Ge-