bücken, in der Trcnnungs- und Abschiedsstunde, auch für mich.Auch mein vergaßest Du nicht, als Dich die ganze Welt vergaß.Heiliges Nachtmahl, bei welchem Jesus, der Welterlöser, michin sein Gebet einschloß, wie könnte ich deiner mit Gleichgültig-keit gedenken! Wie könnte ich dich jemals mit andern Christenfeierlich begehen, ohne mir zuzurufen: Bei diesem Mahle derLiebe nnd Wehmuth, der göttlichen Freundschaft und des schmerz-lichen Scheidens gedachte Jesus auch meiner, und betete derAuserwählte Gottes für mich!
Er starb! — Aber seine Jünger erneuerten noch oft das Ge-dächtnißmahl des gen Himmel erhobenen Lehrers und Freundes.Dieser Abend, dieses letzte Nachtmahl ward ihnen unvergeßlich.Es ward der feierlichste von allen Gebräuchen der christlichenKirche, dieses Gedächtnißmahl zu begehen. Wer an Jesu Theilhaben wollte, wer Jesu Namen bekannte, eilte mit Sehnsuchtzum Tische des Herrn, und erneuerte, wie die ersten Jünger,das Andenken des großen Leidens und Sterbens. Die erstenChristen feierten ihr Nachtmahl unter Gräbern und Verfolgungen.Nicht Schwert, nicht Flamme schreckte sie vom Genüsse desselbenzurück. Sic wußten es, denn Jesus hatte es verheiße», seinWort werde endlich siegen. Und cs siegte.
Es ist nichts Ungewöhnliches unter allen Völkern, daß sie mitRührung das Andenken ihrer großen Männer, ihrer Helden,Weisen, ihrer Wohlthäter feiern. Immer ist eine solche Hand-lung ehrwürdig. Gefühlvolle Gcmüthcr bringen da der bewun-derten Tugend eines Edeln den Zoll der Dankbarkeit dar.
Um wie feierlicher muß uns das Gedächtnißmahl Jesu sein,welches er selbst in den furchtbarsten Augenblicken seines Lebensstiftete! Es ist die dankbare Feier des Allerheiligsten, durchdessen beseligendes Wort wir vom Jrrthum der Sünde befreitund mit Gott vereint wurden. Es ist die Huldigung, welche