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lich , die meisten von denen, welche das Leben anklageu, klagensich nur selbst an — ein geheimer Wurm nagt an ihrem Herzen -sie sind nicht/ was sie scheinen — sie sind nicht, was sie nachJesu, des Mcnschenbescligers, erhabener Lehre sein sollen —aber sie scheuen sich, dies zu bekennen, aus Furcht, verachtet zuwerden und hintennach nicht einmal Mitleid zu finden.
Warum üben sich die meisten Menschen in der sogenannte»Kunst der Verstellung? — Aus Klugheit. Aber welche Klug-heit ist es, sich selbst das Leben zu verbittern? Welche Klugheitist es, Flecken der Seele zu beschönigen, statt zu vertilgen; Eitel-beulen am Leibe zu ummanteln, statt zu heilen? Welche Klug-heit ist es, so schlecht zu sein, daß man sich, ohne zu zittern,nicht in seiner Wahrheit zeigen darf, und gezwungen ist, durchsein ganzes Dasein bis zum Grabe immer ein Anderer zu scherncn, als der man wirklich ist? — Der Heuchler, auch wenn ernicht von der bösesten Art ist, gleicht allezeit einem Mörder, rersich flüchtig hinter Gebüsche versteckt, um nicht verrathen zu wer-den. Welchen elenden Genuß hat er von seiner elenden Nolle,die er spielt? Den einzigen Triumph, daß er für einige Monateoder Jahre einige gutmüthige Leute überlisten kann. Ist dieszuletzt der Mühe werth, daß er sich damit-manche Stunde vonSorge und Verlegenheit erkauft, daß er sich der Gefahr prcis-gibt, ganz unvermuthet einmal entlarvt und beschämt dazustehen?Wohin ist alsdann sein Triumph über die Betrogenen und Ge-täuschten ? Sie wenden sich mit öffentlicher Verachtung von ihmab; er aber behält den Dorn im Gewissen.
Was ist das Leben des Heuchlers? Ein lebenslänglicherWiderspruch mit sich selbst. Er ist ein Schauspieler, den manöffentlich nie in seiner wahren Gestalt und Denkart, sondern ineiner künstlich angenommenen Rolle das vorstellen'sieht, was ernicht ist; eine falsche Münze, sich ohne Werth, die durch