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wir unser» guten Ruf zerstören und unsere Neigung zum Bösenund Unwürdigen rege machen.
Es wandeln der edcln Christen noch viele auf Erden, welcheein gottgefälliges Gcmüth haben, ohne dasselbe durch äußerlicheZiererei vor den Menschen zur Schau zu tragen, oder beständigfromme Redensarten im Munde und heiligen Ernst auf der Stirnzu tragen. Eben dies ist die wahrhafte Bescheidenheitdes Christen, daß er seinen eigenen Werth verhüllt und sichAndern gleichstellt, statt sich von ihnen zu sondern. So gewinnter Vertrauen und Liebe der Edeln und Unedel», und wird da- ^durch nur kräftiger, mancherlei Gutes zu wirken. So wird er,wie Paulus, Allen allerlei, auf daß er viele Seelen gewinne.So pflegt er, wie Jesus Christus, auch mit Zöllnern und Sün-dern Umgang, ohne seine einmal ergriffenen Vorsätze fahren zulassen.
Und also erkenne ich, o Heiland meines Lebens, in der Wahr-heit, daß Du nicht das Unmögliche von uns fordertest, wennDu uns zuriefst: „Ihr sollt vollkommen sein, gleichwie euerVater im Himmel vollkommen ist!" (Matth. 5, 48.) — wennDu sprachst: „Wer mir folgen will, der verlängne sich selbst,und nehme sein Kreuz auf sich täglich, und folge mir nach!"(Luk. 9, 23.) Ja, göttlicher Verklärer meines Gemüthes, ichwill Dir folgen — folgen zu Gott! Ich will mich selbst ver-läugnen und überwinden, wenn ich von meiner eigenen Lust ge-reizt und gelockt werde! Ich will täglich den Grundsatz,welchen ich als Christ zur Vertilgung meines Lieblingsfehlerserkoren habe, im gewöhnlichen Leben ins Werk setzen, und end-lich von diesen mir anklebenden Schwächen frei werden, so mühe-voll und schmerzlich mir auch die Anstrengung fallen mag.
Ich habe nun den wahren Weg gefunden, wie ich mich Dirzu nähern, und Dir, Du Göttlicher, ähnlich zu werden im StandeIN. 4