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abscheue», der ihn noch entstellt. Und was Andern möglich war,sollte es dir nicht gelingen?

Indem Manche eine plötzliche, allgemeine Sinnesänderung insich vornehmen, und aus dem Stande ihrer Unwürdigkeit jählingsin den Stand der reinsten Heiligkeit übergehen wollten, wurdensie selbst das Opfer ihres übertriebenen Entschlusses, und verfielennicht selten in andere entgegengesetzte Fehler. So ward mancherleichtsinnige Verschwender zum Geizhals, mancher Wollüstlingzum argwöhnisch verdammenden Tadler jeder unschuldigen Freude.Allein eine solche Bekehrung ist keine Besserung, denn ein solcherEntschluß ist keine Christenweisheit gewesen.

Bekämpfe erst deine vorzüglichste Schwäche in dir, und dazucharc, im Leben mit der gewöhnlichen Welt, deine vorzüglichsteBesonnenheit auf. Willst du mehr leisten, so ist zu fürchten, duwerdest deinen Anstrengungen unterliegen, oder durch diese Ucber-treibung in entgegengesetzte Fehler stürzen, oder in einen Sonder-ling ausarten, der sich nur auszcichnet durch Eigeuthümlichkeiten,ohne darum besser zu sein, als mancher wahrhafte Christ, welcherbescheiden seine Pflichten thut, ohne mit seiner Tugend eine ArtAuszeichnung und Gepränge zu treiben.

Auch ist es eine sehr irrige Vorstellung, wenn man sich denwahren Weisen und Christen unter dem Bilde eines jederzeiternsten, die Vergnügungen der Gesellschaft meidenden Menschendenkt. Der Nachfolger Jesu kann beim Scherz wie am Sarge,im Schauspiel wie im Tempel des Ewigen, beim Gastmahl undfrohen Gesänge, wie im Ernst des Berufsgcschäftcs, im reichenPalast von allen Annehmlichkeiten umringt, wie in der Bettler-Hütte, seine Pflicht üben, seines Gottes würdig sein. Nur die-jenige Beschäftigung ist sündlich, nur diejenige Freude verdam-mungswürdig, welche nicht ohne Nachtheil Anderer und ohneVerletzung Anderer Rechte genossen werden kann, oder wodurch