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eine Folge der Verführung und des Eindrucks von äußer» Dingen?Oder eine Wirkung deines Temperaments? Oder ist sie vielleichtnur durch eine noch tiefer in dir verborgene Leidenschaft rege ge-macht? Oder das Werk irgend einer Übeln Gewohnheit, die dirnun gleichsam zur andern Natur geworden ist?

Und hast du nun den Grund eingcschen, aus welchem deinHauptfehler stammt, dann denke au die Verhältnisse, indenen du lebst, an die Menschen, mit denen du um-gehst, und auf die beste Art, wie cs zu verhindern sei,daß dieser Fehler nicht von ihnen gereizt, noch ihnenund dir gefährlich und entehrend werden könne.Nicht ein feuriger Entschluß ist dazu genügend, sondern kalteBedachtsamkeit und besonnene Prüfung aller und. jeder Mittel,die diesen Fehler deines Temperaments, oder deiner Erziehung,oder deiner Gewohnheit schwächen und vernichten können. Duwirst cs vielleicht in den ersten Tagen, in den ersten Woche», inden ersten Monaten nicht dahin bringen, ihn ganz abzulcgen.Noch oft wird sich diese Schwäche heftig anregcn; aber doch wirstdu sic mindern können. Und wenn sic rege wird, dann gedenkedeines edcln Entschlusses, dann sprich in dir: Jetzt ist cs Zeit,deine Geistesgröße und Herrschaft über die Empörung derSinnlichkeit zu zeigen. Meide jeden Anlaß, der dich in Ver-suchung führt, dich selbst zu vergessen. Und wenn du ihn nichtmeiden kannst, dann thne dir die größte Gewalt an, Herr deinerEmpfindungen zu sein, und so zu handeln, daß die ganze WeltZuschauer und Zeuge deines Thuns sei» könnte. Nie aber begibdich selbst in Versuchung, um deine Kraft.auf die Probe zu stellen.Wer sich in Versuchung begibt, geht früh oder spät darin unter.Wir vertilgen nur dadurch unsere Schwächen, wenn wir sic niereizen, sondern gleichsam vergessen, daß sic vorhanden find; unsere