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3 (1853)
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Unvermerkt, wie sie sich mehr in die verworrenen Geschäfte desLebens einließen, wurden die guten alten Vorsätze in ihrer Er-innerung immer dunkler. Unvermerkt fand man es bequemer,oder wohl gar nothwcndig, wieder den alten Ton anzustimmen,sich wieder der bisherigen Lebensweise zu überlassen. Das Jahrhörte auf neu zu sein, und der Mensch ward eben auch wiederder alte.

Viele, wenn sic durch Unvorsichtigkeit oder durch irgend einenihrer Lieblingsfehler in große Verlegenheit, wohl gar in Unglückgerathcn waren, verschworen feierlich bei sich diese Sünde. Sicerkannten nur allzulcbhaft, daß der Genuß, welchen die Erfüllungleidenschaftlicher Wünsche gewährt, nicht werth sei, daß man soviel Angst und Kummer deswegen Nachträge. Allein die böseZeit ging endlich vorüber; man erholte sich wieder; man wardwieder frdh, und siehe, man überließ sich unvermerkt wieder demschädlichen Hange, wie vordem; man glaubte nur, man müssedabei mit größerer Klugheit verfahren, müsse verhüten, daß nichtsübertrieben würde. Man blieb schlecht, wie vorher, und bereitetesich, trotz aller Klugheit, wieder trübe Stunden, die man wohlhätte vermeiden können.

Viele, denen es um ihre Veredlung schon oft ernstlich zu thungewesen, die in ihren Gebeten vor Gott, in ihren Ucbcrlegungen,wenn sie einsam waren, selbst wegen ihrer Verworfenheit undinnern Schlechtigkeit erschraken, konnten cs nicht begreifen, wiesie bei allem guten Willen nicht weiter kamen. Sie waren inder Einsamkeit die besten, wohlwollendsten Menschen; aber sobaldsie wieder unter andern Leuten cinherwandeln, und sich mit ihremBerufe, mit ihrer Wirthschaft, ihren übrigen Planen abgcbenmußten, wurden sie wieder ganz andere Menschen, und sie konn-ten es nicht dahin bringen, daß sie überall, zu allen Zeiten gleichblieben.