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anzuempfehlen. Dieses alte, ehrwürdige Buch soll nicht mitLeichtsinn durchblättcrt werden, wie ein gemeines Buch; cs sollnicht zum Alltagsgebrauch von Anfang bis zu Ende ohne Aus-wahl durchlesen werden. Denn nicht das Lesen und fleißige Lesender heiligen Schriften ist ein Verdienst, sondern das rechte Ver-stehen derselben und die Befolgung ihrer Vorschriften; nicht aberaller Vorschriften des alten Testaments, sondern aller Vorschrif-ten Jesu und seiner Jünger. Dort beteten noch Viele um Ver-derben über ihre Feinde; hier aber beteten Jesus und seine Jüngerum Gnade für ihre Verfolger. Dort wird Gott noch als eineifriger, zorniger Gott dargestellt; hier lerne ich den Schöpfermeiner Tage als den liebevollen Vater im Himmel kennen. Dortwird noch Freude und Lohn auf Erden, als der Lohn meinerTugend, gepriesen; hier finde ich, daß Jesu Reich nicht vondieser Welt sei, daß meine wahre Hcimath droben wohne, daßdas letzte Ziel der unsterblichen Seele die Ewigkeit sei.
Aber wenn Moses, David, Assaph Gott in ihren Psal-men preisen, dann will ich mich ans den Flügeln ihres Gesangeszum Himmel schwingen. Wenn Joseph in Aegypten der Wollustwiderstrebt, will ich aus seinem Bilde lernen, meine Unschuldhöher zu achten, als das Leben. Wenn Salomo und Sir achmir Weisheit predigen, will ich ihr freudig mein Herz öffnen.
Um zu verstehen, was ich lese, will ich mit Fleiß die heiligenVorträge meiner Lehrer besuchen, will mit Aufmerksamkeit ihreAuslegungen und Erklärungen der heiligen Schrift in de» gottes-dienstlichen Versammlungen anhören, und mich da unterrichtenlassen, wo ich Dunkelheit für mich erblicke. Der Besuch desGotteshauses hat dadurch einen neuen Werth für mich. Nichtgenug, daß die große Versammlung gottverehrender Christenmeine eigene Andacht beflügelt, lerne ich hier die Worte der hei-ligen Vorwelt besser verstehen. Ich vernehme von rechtschaffenen,