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3 (1853)
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schuft des Gewissens, gegen die Gebote Zesu, als gegen seinenEigennutz anstoßen will: der verläugnct den Herrn um derWelt willen. Wie darf er fich einen Nachfolger des Weltheilandesnennen?

Darum ermahnt die heilige Schrift vor allen Dingen zurStandhaftigkeit, Treue und Festigkeit in guten Gesinnungen, inder Denkart Jesu. Wachet, ruft der Apostel Paulus seinenkorinthischen Freunden zu, stehet im Glauben, seid männ-lich und seid stark. (1. Kor. 16, 13.)

Diese Männlichkeit und Stärke der Denkart äußert sich inder Gleichförmigkeit unserer Gesinnungen, Ur'thcileund Handlungen. Daß in jedem Menschen wirklich einewahre Neigung vorhanden sei, unter allen Umständen immer alseiner und derselbe zu erscheinen, daß man ihn immer alsde» gleichen erkenne, der noch heute ist, wie er vor einemJahre war: wer kann dies läugnen? wer läugncn, daß cs eininneres Wohlgefallen, eine Freude an uns selbst erregt, wennwir beständig mit unser» Grundsätzen übereinstimmend reden undwirken? wer läugnen, daß bittere Verlegenheit uns ergreift,Scham uns züchtiget, wenn wir in Widerspruch mit uns selbstgerathen, und die Menschen uns entweder für Unverständige,oder für Herzlose, oder für Heuchler halten müssen?

Schon das Wesen der Vernunft gebietet cs, daß man folge-recht handle; daß man fich durch seine Thatcn nicht in seinenausdrücklich erklärten Ansichten und Urtheilen widerspreche; daßman jederzeit mit fich selber übereinstimmend sei. Wer aberkann gleichförmiger in Denkart, Wort und Werk sein, als derAnhänger und Bekenner der weisesten und heiligsten Lehre, derwahre Christ? Was vor Jahrtausenden Tugend war, ist es nochheute; was vor Jahrtausenden Recht und Pflicht war, ist cs nochheute. Und das Wohlwollen gegen Jedermann, diese Liebe des