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des Tugendhaften, und — wenn cs gilt — der Muth desChristen,
Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein; denn nichts hindertihn, es zu sein, vielmehr Alles ermuntert zur Wahl und Uebungneuer Tugenden. Denn Gottes Hand hat Alles so in der Schö-pfung geordnet, daß wir besser werden, daß wir endlich dasHöhere, Geistige, Engelhafte in unserer Natur als das Vorzüg-lichste schätzen, daß wir uns zum Himmlischen erheben müssen.—Wie viel Belohnungen liegen nicht für ein tugendhaftes, reinesGemüth schon in diesem Leben! Wie süß ist cs, wenn wir fürWohlthätigkcit Dankbarkeit, für Gemeinnützigkeit Hochachtung,für Redlichkeit Zutrauen, für Keuschheit Ehrfurcht, für DemuthEhre, für Liebe Liebe ärnten! — Welch ein süßer Genuß liegtnicht sogar in dem Schmerz, welchen wir empfinden, wenn wirunschuldig verkannt, und übel beurtheilt werden ! — Wie ermun-ternd ist nicht dem Christen der Gedanke an das zurückgelegte,seine Hoffnung auf das zukünftige Leben! Wie beseligend wirdihm in der Einsamkeit die Erinnerung an Gott, den hohen, all-mächtigen, Alles durchhcrrschenden, liebenden Vater, und mitwelchem Entzücken überströmt die Ausficht in die Ewigkeit seinGemüth! Wie? ist es so schwer, ein Christ zu sein?
Unendlich schwieriger ist cs dem Mann'der Sünde, demMenschen, der seinen Fehlern, seinem Laster treu bleibt, fehler-haft und lasterhaft zu sein. Ihm lächeln keine Belohnungen, alsdie er in der Befriedigung seiner leidenschaftlichen Gefühle, inder Uebung seiner Fehler, in dem Selbstkitzel seines Lasters fin-det. — Ihm schweben nur Furcht, Besorgniß, Argwohn, Kum-mer zur Seite. — Er steht nur Drohungen, nur Strafurtheile.Ach, oft gesellt sich am Ende die entsetzliche Verzweiflung zu ihm!
Er strebte nach irgend einem Gut in diesem Leben, das seinerEinbildung das schönste war, und opferte dafür so manche Stunde,