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nirgends, als in deinem Herzen. Erkämpfe dir denn also nurGewalt über dich selbst, so bist du in demselben Augenblick einweiser, ein glückseliger Mensch, ein Christ; so bist du auf denwichtigen Punkt hingckommcn, wo du wahre Achtung für dichselbst haben, der Liebe deiner Mitmenschen vollkommen würdig,und des Beifalls deines Gottes im Himmel gewiß wirst.
Und wer ist dieser Feind in dir, der dich hindert, christlich-weise zu denken und zu handeln? — Es ist deine irdische, thieri-sche Natur; es ist dein Fleisch; cs ist deine Sinnlichkeit.
Du ergibst dich verbotenen, unanständigen, wollüstigen Nei-gungen; du bist mehr Thier, als Mensch. Denn auch das Thierdrängt sich zu niederer Wollust; deine Vernunft crröthct davor. —Du bist voll Haffes gegen diesen oder jenen deiner Bekannten —wohl, auch das Thier haßt; aber kein vernünftiges Wesen, welcheszwar feindselige Angriffe mäinlich abwehrt, aber darum nicht haßt,nicht Rache will. — Du betrügt deinen Nebenmenschen mit Hinter-list — auch das Thier hat Hinerlist und Tücke und Schlauheit;aber ein vernünftiges Wesen Haidelt mit Offenheit, Redlichkeitund Treue; cs thut recht, cs will Niemand scheuen. — Du biststolz, eingebildet auf Vorzüge, chrge'zig — auch die Thiere habenihren Stolz, ihren Neid; aber ein vernünftiges Wesen erinnertsich demuthvoll noch mehr an die Tmendcn und Vorzüge, dieihm fehlen, als an diejenigen, welche et besitzt.
So ist es also überall das Thicrartigc in uns, was uns ver-nünftig-christlich zu sein hindert. Der Lasterhafte ist mehr Thier,der Tugendhafte mehr Geist, mehr Engel.
Doch nichts ist unter den Menschen gevöhnlich ein stärkeresHindcrniß am Christenthum, als der falsche Ehrgeiz. Manschämt sich oft, gut zu sein; man ficht Andere fehlen, und weildiese eine Ehre in der Thorheit suchen, will man zeigen, daßman es auch sein könne. Man fürchtet zuweilen, sich durch Mit-