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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
126
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das Bekenntniß der Murdockson augenblicklich ihrer Schwester mit-zutheilen, damit diese sich mit ihrem Gemahl darüber berathenkönne. Auf dem gewöhnlichen Wege sandte sie einen Brief mit je-ner Schrift ab und sah mit Ungeduld der Antwort entgegen. DalängereZeit verging und keine erfolgte, begann sie zu fürchten, einso wichtiges Zeugniß sei in Unrechte Hände gefallen. Schon wolltesie Butler Alles schriftlich mittheilen, und sich seinen Rath erbit-ten, als ein neues Zeugniß sie von diesem Vorsatz zurückhiclt.

Sie ging eines Morgens nach dem Frühstück mit ihren Kin-dern am Ufer des Meerbusens spazieren, als der Knaben schär-ferer Blick des Hauptmanns Kutsche mit Sechsen in der Ferneerspähte- Das Boot, sagten sie, komme gerade auf sie zu,und es säßen Frauen darin. Jeanie wandte ihre Augen aufdas herannahende Schiffchen, und bald wurden ihr zwei weib-liche Gestalten sichtbar, die neben dem steuernden Duncan saßen.Es war der Höflichkeit gemäß, den Fremden bis zu dem Lan-dungsplatz entgegenzugehen, um so mehr, da Jeanie sah, daßder Hauptmann feierliche Veranstaltung getroffen habe. SeinPfeifer saß am obern Ende des Boots und brachte Töne her-vor, welche melodischer klangen, weil die Hälfte derselben vonLuft und Wellen verschlungen wurde. Ueberdies war Knock-dunder's Perücke frisch gekräuselt und seine Mütze (er trug sieseit der Treffenhut im Wasser verunglückt war) mit dem rothenSt. Georgskreuz geziert. Die herzogliche Flagge mit dem Eber-haupt wehte Alles dies zeigte Prunk und Festlichkeit an.

Als Frau Butler dem Landungsplatz nahte, sah sie, wieder Hauptmann den beiden Fremden mit großer Höflichkeitaus dem Boot half. Die Gesellschaft kam dann auf sie zu,Knockdunder einige Schritte voran, und die Frauen hinterihm, von denen die größere und ältere sich auf die Schulterder andern lehnte, die ihre Kammerfrau schien.