die Thätigkeit, kurz alle jene schätzenswerthen häuslichen Ei-genschaften mit, von denen sie früher die Beweise gegeben.Sie wetteiferte nicht mit Butler an Gelehrsamkeit; aber keinWeib verehrte ihres Mannes Kenntnisse mehr als sie. Undkein Pfarrer der Gegend hatte sein mäßiges Mahl so wohlzubereitet, seine Wäsche in so guter Ordnung, seine Zimmerso reinlich, und seine Bücher so gut vom Staube gesäubert.
Wenn er von gelehrten Dingen sprach, die sie nicht ver-stand — und er war dann zuweilen etwas sehr ausführ-lich — hörte sie ihn ruhig schweigend an. Wo es aber daswirkliche Leben betraf, und etwas, das im Bereich eines na-türlichen guten Verstandes lag, sah sie schärfer und urtheilterichtiger als er. Wenn es in den gesellschaftlichen Kreisen,in denen sie dann und wann erschien, auch ihrem Benehmenan erworbener Glätte fehlte, so hegte sie dafür den sichtbarenWunsch, sich gefällig zu bezeigen, jene wahre natürliche Höf-lichkeit, die Frucht eines richtigen Verstandes und heiternGcmüths, die ihren Besitzern ein allgemeines Wohlwollenerwirbt.
In einem Zeitraum von fünf Jahren hatte Frau Butlerdrei Kinder, zwei Knaben und ein Mädchen, alle stark undgesund, mit schönem Haar und blauen Augen. Die Knabennannte man David und Rüben- Das Mädchen wurde aufbesonderes Verlangen der Mutter Euphemia getauft, undDeans und Butler gaben ihr hierin nach, obgleich es ihreneigenen Wünschen entgegen war. Man nannte sie jedoch nie-mals Effie, sondern Femie, nach einer andern in Schottlandüblichen Abkürzung dieses Namens.
In diesem Zustand ruhigen anspruchslosen Glücks gab esnur Zweierlei, was Jeanie's Zufriedenheit störte. Ohne die-ses, dachte sie oft bei sich selbst, wäre ihr Leben ein allzu