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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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in diesem erstickenden Zimmcrchen zu fitzen und zu niesen, undfie könnte auf den freien grünen Bergen gehen, wenn fie wollte."

Eben so verwundert war Frau Glas über ihre Gleichgül-tigkeit gegen die Merkwürdigkeiten Londons. «Es vertreibt einemdoch die Zeit, etwas Neues anzusehcn," sagte fie, «wenn manauch dabei betrübt ist." Allein Jcanie blieb unerbittlich.

Der Tag nach ihrer Unterredung mit dem Herzog floß inbanger Erwartung dahin. Minuten verstrichen nach Minuten,Stunden verflogen nach Stunden. Es war spät geworden,und keine Wahrscheinlichkeit mehr da, heut noch von dem Her-zog zu hören; dennoch konnte sie fich nicht losreißen von derHoffnung, an deren Erfüllung fie selbst verzweifelte, und beijedem zufälligen Geräusch im Laden unten fuhr fie zusammen,und ihr Herz schlug gewaltig. Es war stets vergeblich.

Der nächste Morgen begann auf dieselbe Weise. Kurz vorMittagszeit jedoch trat ein wohlgekleideter Mann in den La-den der Frau Glas, und fragte nach einem Mädchen ausSchottland.Habt Ihr eine Botschaft von Sr- Durchlauchtdem Herzog von Argyle an fie, Herr Archibald?" fragte FrauGlaS. «Ich will es ihr augenblicklich bestellen."

Ich werde Ihre Muhme wohl selbst herunter bemühenmüssen, Frau Glas."

Jeanie, Jeanie Deans!" schrie Frau Glas die kleineTreppe hinauf, die vom Hintergründe des Ladens aus zumobern Stockwerk führte.Jeanie, Jeanie Deans, sage ich,komm ganz geschwind herunter. Hier ist des Herzogs vonArgyle Kammerdiener, der Dich gleich sprechen will." Diesward laut genug verkündet, um alle, die fich zufällig in derNähe befanden, die wichtige Botschaft vernehmen zu lassen.

Mit welcher Hast schickte Jeanie fich an, dem Ruf zu