und von Natur zum Laster geneigt war, hatte in ihrem jetzi-gen Elend, unter dem Vorwände eines kleinen Handels, diealten räuberischen Gewohnheiten wieder hervorgesucht. Wasden Tan scheute, fand bei ihr einen Zufluchtsort. Ihr erstesZusammentreffen mit Georg war stürmisch. Durch Freige-bigkeit besänftigte er sie.
'Er hatte Effie zugesagt, sie während ihres Kindbetts vorden Ihrigen zu verbergen. Als er im Gefängniß saß, war diealte Murdockson die einzige, an die er sie verweisen konnte.Nach seiner Flucht aus der Kirche eilte er dorthin. Mutterund Kind waren fort. Auf sein ängstliches Fragen crwiedertedie Alte, Effie sei Nachts mit dem Neugebornen entflohen undhabe es vermuthlich in den See geworfen. Magda's verwor-rene Reden gaben ihm die Ueberzeugung, daß die Alte selbstdas Kind entfernt oder getödtet, während Effie ohne Be-wußtsein gelegen. Er überhäufte sie mit Vorwürfen, dochkonnte er ihrem wilden Trotz die Wahrheit nicht abdringen.
Wilson zu befreien, gelang ihm nicht. Er war es, der nachseiner Hinrichtung auf das Schaffst sprang und den Strick ab-schnitt, woran der Leichnam hing. Wie er ihn durch den Todseines Peinigers Porteous gerächt, und welche Versuche ermachte, die unglückliche Effie zu retten, haben wir gesehen.Als jene Versuche sehlschlugen, floh er nach England, in derHoffnung, durch den Einfluß der Seinigen etwas für die Ge-liebte thun zu können. Sein bleiches verstörtes Ansehen be-wog seinen Vater zum Mitleid und zur Verzeihung. Jatödtlicher Angst harrte er hier dem Ausgang jener Rechtssacheentgegen. Einige Tage vor Jcanie'S Ankunft erreichte ihn dieSchreckenspost, Effie sei zum Tode verurtheilt. Heftig undrasch, wie er immer gewesen, setzte er sich zu Pferde, um so-gleich nach London zu reiten, und den Gerichten, unter der
Kerker von Edinburg. II. iz