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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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Achtzehntes Kapitel.

Phautast'icher Leidenschaften toll Gezänk!

Verwirrt vor Scham und Schrecken allesammt!

Das Thun, was man sollt' bergen, unverhehlt,

Und Alles so verwirrt, daß ich nicht wußte,

Ob ich das Bose litt, ob ich'S vollbrachte;

Denn Alles schien nur Schuld und Weh und Neue,

MeinS oder Andrer, immerdar dieselbe

Furcht, die die Brust zusammenschnürt, und Scham,

Die meine Seele zu ersticken drohr.

C o l e r i d g e.

In dieser Zwischenzeit blieb Jeanie ihren Besorgnissen undZweifeln überlassen. schien eine Störung im Hause vor-gefallen zu sein, und sie hielt es für besser, hier ruhig abzu-warten, bis man sich ihrer wieder erinnere.

Die erste Person, welche cintrat, gehörte zu ihrer großenFreude ihrem eigenen Geschlecht«: an. Es war eine ältlicheHaushälterin von gutmiithigem Ansehen. Jeanie unterrich-tete sie in wenigen Worten von ihrer Lage und bat um ihrenBeistand. Das Gefühl der Würde, welches ihr wichtigerBeruf ihr verlieh, gestattete ihr freilich kein allzu vertrauli-ches Benehmen gegen eine Unbekannte, die in einem so zwei-deutigen Licht hier erschien; doch war sie höflich, obgleich zu-rückhaltend.

Ihr junger Herr, sagte sie, sei seit einem bösen Sturz mitdem Pferde sehr krank und leide häufig an Ohnmächten.