„Um der göttlichen Gnade willen," rief Jeanie, ihrer Vor-sicht vergessend, „sage mir, was aus dem unglücklichen Ge-schöpf geworden, und" —
Magda stand still, sah sie starr mit ernstem Blick an, undbrach dann in ein lautes Gelächter aus. „Ei ja doch, Mäd-chen, fange mich, wenn Du kannst. — Dir ist auch leicht Et-was einzureden. Wie sollt' ich von Deiner Schwester Kindwissen? Mädchen müssen nichts mit Kindern zu thun haben,bis sie unter der Haube sind; aber dann kommt auch allesNachbar- und Gcvattervolk, und schmaust, als wär' eS derlustigste Tag von der Welt. — Es heißt immer, der MädchenKinder gedeihen wohl, doch mit meinem und Deiner SchwesterKind ist's nicht cingetroffen. — Aber das sind traurige Ge-schichten, ich muß nur ein wenig singen, damit ich wieder lu-stig werde. Es ist ein Lied, das der hübsche Georg auf michmachte, als ich einmal mit ihm nach Lockington zur Kirmesreiste, ihn da in prächtigen Kleidern mit anderem Schauspie-lervolk spielen zu sehen. Er hätte sogar übel nicht dran ge-than, mich damals zu heirathen, wie er es versprach, er kannnoch wer weiß wie weit herum suchen, und trifft es nicht sogut. — Aber das gehört nicht zu dem Lied.
Ich bi» Magda des Dorfs, ich bin Magda der Stadt,
Ich bin Magda, die zum Liebsten den Herrlichsten hat;
Blitzt die Gnäd'ge vom Schloß dort in Edelstein,
Sie kann doch so lustig als Magda nicht sein-
Ich bin Königin der Kirmes, ich bin Königin heut,
Wo man rund um den Maibaum im Tanze sich freut;
Wild lodert da« Feuer, und strahlet so bell,
Doch ist's nicht so glänzend als ich und so schnell,"
„Das Lied ist mir das liebste von allen meinen Liedern," fuhrsie fort, „weil er es gemacht hat. Ich singe cs sehr oft, darum