die er nicht verstand und wie im Traum beantwortete. End-lich fiel es dem gelehrten Manne ein, daß heut irgendwo einadliges Gericht gehalten würde, dem er beiwohnen müsse,denn der Vorsitzende, ein Bekannter von ihm und ein ganzwackerer Edelmann, würde gar gern seinen Rath hören wollen.
Sobald er fort war, eilte Butler zu seiner Bibel, demLetzten, was Jeanie's Hand berührt hatte. Zu seinem großenErstaunen fiel ein Papier heraus, welches einige Goldstückeenthielt. Mit schwarzem Bleistift hatte sie den 16. und 25.VerS des 37 . Psalms bezeichnet: „Das Wenige, was ein Ge-rechter hat, ist besser, denn das große Gut vieler Gottlosen."— „Ich bin jung gewesen und alt geworden, und habe nochnie den Gerechten verlassen gesehen, oder seinen Samennach Brod gehen."
Tief gerührt von der liebevollen Zartheit, womit sie hierihre eigene Großniuth zurücktretcn ließ, drückte er das Goldan seine Lippen, mit größerer Innigkeit als je ein Geizigerdas glänzende Metall begrüßt. Sich zu gleichem frommenVertrauen, zu gleicher Festigkeit zu erbeben, war nun seinhöchster Ehrgeiz. Sein erstes Geschäft war, dem alten DeanSJeanie's Unternehmen mitzutheilcn. Sorgfältig sann er aufjedes Wort und jeden Gedanken, wodurch er den alten Mannmit dem seltsamen Entschluß seiner Tochter aussöhnen zu kön-nen glaubte. Den Eindruck, welchen dieser Brief machte,werden wir später schildern. Butler übergab ihn einem red-lichen Bauern des Dorfes, welcher häufig Geschäfte mit DeanShatte, und es bereitwillig übernahm, ihn nach Edinburg zutragen und eigenhändig zu überliefern-