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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
103
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eröffnen.Ich komme Ihnen zu sagen, Lord, daß ich einegroße Reise unternehmen will, und ohne meines Vaters Wissen."

Ohne sein Wissen, Jeanie! Ist das recht? Dasmußt Du noch einmal überlegen. ES ist nicht recht," sagteer mit besorglicher Miene.

Wenn ich nur in London wäre," sagte Jeanie, um sich zurechtfertigen;ich würde ganz gewiß Mittel finden vor die Kö-nigin zu kommen, sie um meiner Schwester Leben zu bitten."

London! Die Königin! Ihrer Schwester Leben!Das Mädchen ist rasend!"

Das bin ich nicht, Lord; aber nach London zu gehen binich entschlossen, und sollte ich mich auch von Thür zu Thürhinbetteln. Und das muß ich, wenn Sie mir nicht etwas Geldzu den Reisekosten leihen. Ein Weniges nur; Sie wissen, meinVater ist ein wohlhabender Mann, und wird nicht zugeben, daßirgend Jemand, am wenigsten Sie, Lord, durch mich verliere."

Kaum traute Stummendeich seinen Ohren, als er diesesGesuch vernahm- Die Blicke starr auf den Boden geheftet,stand er da, ohne eine Splbe zu erwiedern.

Ich sehe, Sie wollen mir nicht helfen, Lord," sagte Jeanie;«so leben Sie denn wohl; und besuchen Sie meinen Vater jarecht oft; er wird jetzt so verlassen sein "

Wo will das närrische Mädchen hin?" sagte Stummen-deich. Er nahm sie bei der Hand.Ich habe wohl schon frü-her daran gedacht, es blieb mir nur immer in der Kehle stecken,"sagte er zu sich selbst, während er sie in's Haus und in einalterthümliches Zimmer führte, dessen Thür er hinter sich ver-schloß und verriegelte. Als Jeanie, über diese Maßregel ver-wundert, noch an der Thür stehen blieb, ließ der Lord ihre Handlos, und durch den Druck eines geheimen Springschlosses in derMauer öffnete er einen verborgenen Wandschrank, in welchem