nicht ungehört bleibe. Doch, wie es oft geht, durch das zuheftige Verfolgen des Feindes verlor sie den Feldzug.
Der Lord war durch die scheltenden Töne der Haushälterin inseinem Morgenschlummer gestört worden. An und für sich nichtungewöhnlich, schienen sie es doch für diesefrühe Stunde. Erhoffteindcß, der Sturm werde bald vorübergehen und legte sich auf dieandere Seite, als plötzlich der Name Deans in sein Ohr drang.Frau Hannens ungünstige Gesinnung gegen die Bewohner vonSt. Leonard'S war ihm nicht ganz unbekannt. Er begriff augen-blicklich, eine Botschaft von dort müsse diese frühzeitige Wuth in ihrerweckt haben. Dem zufolge stand er auf, schlüpfte so geschwindals möglich in seinen alten damastnen Schlafrock und andere noth-wcndigeKleidungsstücke, setzte seines Vaters Treffenhut auf, ohneden man ihn selten sah, und öffnete das Fenster. Zu seinem nichtgeringen Erstaunen erblickte er Jeanie's wohlbekannte Gestalt,ihren Rückzug aus seinem Gebiete nehmend, während die Haus-hälterin mit geballter Faust, einen Arm in die Seite gestemmt,zitternd vor Wuth, ihr Ströme von Verwünschungen nachsandte.
Sein Zorn war mächtig aufgeregt. „Du altes Satans-kind, Du!" rief er aus dem Fenster, „wer erlaubt Dir dieTochter eines redlichen Mannes so zu behandeln?"
Frau Balchristie sah sich auf der That ertappt. Sie er-kannte an dem ungewöhnlichen Eifer des Lords, es sei ihmernst um die Sache; und dann war es gefährlich ihn zu rei-zen, ungeachtet seiner gewöhnlichen Trägheit. Sie suchte sichalso so gut sie konnte zu entschuldigen: sie hätte ihn nicht so frühstören mögen; Jeanie könne ja wiederkommen, und dergleichen.
„Halt's Maul, alte Vettel," sagte Stummendcich; „undder Himmel sei Dir gnädig, wenn ich recht gehört habe- —Jeanie, Kind, geh nur indessen in's Wohnzimmer, ich werdesogleich unten sein. — Und kehre Dich nicht an Hannens Reden."