55
Ich wette, Robertson ist's gewesen, der Euch das in die Oh-ren geraunt, dort bei den Muschat-Steinen."
„War er es?" rief Effie dringend, „war er es wirklich,Jeanie? — O gewiß, er war's- — Der Arme, und wohlmochte ihm das Herz schwer dabei sein! — Und er selbst insolcher Gefahr, der arme Georg!"
„O Elfte, wie kannst Du so von diesem Menschen spre-chen?" rief Jeanie mit einigem Unwillen.
„Wir müssen ja unfern Feinden vergeben," erwiederte sie,und senkte den Blick bei dieser Bemäntelung des Gefühls-
„Und Du hast alles dies seinetwegen gelitten, und liebstihn noch?"
„Ihn lieben? Wenn ich ihn nicht geliebt hätte, wie seltenein Weib liebt, wäre ich setzt nicht in diesen Mauern. Undglaubst Du, solch eine Liebe wie die meine, könne leicht ver-gessen werden? — Nein, nein, umhauen magst Du denBaum, aber nicht ihm eine andere Richtung geben. — Und,o Jeanie, wenn Du mir noch etwas zu Liebe thun willst,sage mir jedes Wort, das er sprach, und ob er betrübt warum die arme Effie, oder nicht?"
„Was hilft's darüber zu sprechen?" sagte Jeanie; „auchhatte er allzu viel mit seiner eigenen Rettung zu thun, sichviel um Jemand anders zu kümmern."
„Das ist nicht wahr, und sagte es eine Heilige," riefEsfie mit einem plötzlichen Auflodern ihrer früheren Heftig-keit. „Du weißt nicht, wie ich es weiß, welcher Gefahr ersein Leben aussetzte, das meinige zu retten." Sie sah Rat-cliffe an und schwieg.
„Nun wahrhaftig," sagte dieser, „bildet sich das Mädchenein, es habe keiner Augen als sie- — Sah ich's nicht, wieGeorg noch andere Leute hier herausholen wollte, als den