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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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kommen ließ- Sie sah, in welcher Gefahr sie mit diesemSchurken schwebte. Und nicht allein ein solcher von Beruf,hatte Natcliffe noch diese Nacht durch starkes Getränk seineinnere Abneigung gegen das, was Scharfcnklau von ihm be-gehrte, zu übertäuben gesucht.

Sprecht nicht so laut," sagte sie mit gedämpfter Stimme,er ist dort oben."

Wer? Robertson?" fragte Natcliffe hastig.

Ja, dort oben," und zeigte auf die verfallene Einsiedeleiam Abhang des Berges.

Hole mich der Teufel!" rief Natcliffe,das muß ich mir zuNutze machen, auf die oder jeneWeise. Wart nur indessen hier."

Kaum war er aber, so schnell er nur konnte, sortgerannt,der Einsiedelei zu, als Jeanie in entgegengesetzter Richtungüber Stock und Stein auf dem nächsten Wege heimwärts flüch-tete. Ihr Jugendgeschäft als Hüterin der Heerde hatte ihrBehendigkeit im Laufen gegeben; und nicht halb so rasch warsie jemals ihrem Hündlein Staubfuß gefolgt, wenn die Kühesich in das Kornfeld verlaufen, als sie jetzt den Raum zwi-schen den Muschat Steinen und dem St. Leonard's Häuschendurchflog. Die Thür öffnen, Hineinstürzen, sie schließen, zwie-fach verriegeln, ein schweres Stück HauSgerälh (ihr in einemAugenblick minderer Kraft unbeweglich,) dagegen schieben, wardas Werk einer Sekunde, und eben so leise als rasch gethan.

Ihre Vesorgniß wandte sich zunächst auf ihren Vater- Sieöffnete leise die Thür seines Zimmers, fürchtend, daß ihre Heim-kehr ihn gestört. Er schlief nicht, hatte auch wohl nur we-nig geschlafen; allein die unablässige Gegenwart seiner Sor-gen, und Jeanie's leise Behutsamkeit beim Gehen und Kom-men, hatten ihn keines von beiden bemerken lassen. Er warim Gebet begriffen. Deutlich hörte Jeanie die Worte:Und