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„Ihr seid ein dreister Schurke, Freund. Und wie dürftIhr hoffen, die Sache stehe heute besser mit Euch?"
„Ei, es ist ja ein himmelweiter Unterschied, ob einer imGefängniß ist, weil er muß, oder ob er aus eigenem gutenWillen darin bleibt. Was hätte mich denn gehindert, ganzgemächlich meiner Wege zu gehen, während sle gestern mitdem Hans Porteous abzogen? Und glauben Ew. Gnadenwirklich, daß ich in der Absicht dageblieben bin, um aufge-knüpft zu werden?"
»Was Eure Absicht gewesen ist, weiß ich nicht; des Ge-richts Absicht aber ist, Euch nächsten Mittwoch über acht Tagehängen zu lassen."
„Nein, nein, Ew. Gnaden," sagte Ratcliffe zuversichtlich,„das glaube ich nicht, bis ich es sehe. Ich kenne die Gerichteseit manchem lieben Jahr, und habe manches Tänzchen mitihnen gehabt; aber es ist nicht so schlimm damit, wie es aus-fleht, sie bellen mehr als sie beißen."
„Und wenn Ihr nicht den Galgen erwartet, wozu Ihr, soviel ich weiß, jetzt schon zum viertenmal verurtheilt seid," sagteder Richter, „so sagt mir doch gefälligst, was Ihr denn erwar-tetet, als Ihr nicht die Flucht nahmt, gleich den andern Ge-fangenen, und einen Weg einschlugt, der nicht von Euch zuerwarten war?"
„Ich würde keinen Augenblick daran gedacht haben, in demalten leeren Gebäude zu bleiben, wenn ich nicht durch Ge-wohnheit eine Art von Geschmack daran gewonnen hätte, undeinen kleinen Posten dort zu bekommen dächte."
„Einen Posten?" rief der Richter; „am Pranger, meintIhr?!'
„Nein, nein, Herr, ich dachte nicht an den Pranger; nach-