Elftes Kapitell.
Sind all' die Heimlichkeiten, die wir theilten,
All' die Gelübde inn'ger Schwesterliebe,
Die Stunde», die zusammen wir verlebt,
Wo wir die leichtbeschwingte Zeit gescholten,Daß sie »ns trennt' — ist Alles den» vergessen?
S o in niernachtsträum.
Wir haben lange Zeit damit zugebracht,! Butler zu derThür zu St. Leonard'S zu führen; doch die Zeit, die unszdievorhergehende Erzählung gekostet, übertrifft die noch langenicht an Dauer, welche er wirklich auf den Salisbury-Felsenan dem Morgen zubrachte, der auf die an Porteous von denAufrührern ausgeführte Hinrichtung folgte. Zu dieser Zöge-rung hatte er seine eigenen Beweggründe. So seltsam auf-geregt wie er erstens durch die traurige Nachricht von derLage der Effie Deans war, und dann durch die schrecklicheScene, der er beigewohnt hatte, wünschte er vorher seine Ge-danken zu sammeln. Bei dem Verhältniß, worin er zu Jeanieund ihrem Vater stand, waren einige Vorbereitungen, oderwenigstens eine Wahl der gelegenen Zeit nöthig, um sie zubesuchen. Acht Uhr Morgens war damals die gewöhnlicheStunde zum Frühstück, und er beschloß dieselbe abzuwarten,ehe er in die Hütte ginge.
Niemals vergingen Stunden so langsam. Butler verän-derte seinen Platz und erweiterte seinen Gesichtskreis, um sich