87
um ihn her, das die goldenen Morgenstrahlen jetzt im glän-zendsten Lichte zeigten- In ernstes Nachdenken verloren, dachteer an die Schreckensbegebenheit der Nacht, und die ihn nochnäher angehende traurige Nachricht, die er bei Sattelbaumvernommen. In dieser Zwischenzeit geben wir dem Leser einigeAuskunft über Butler, und über die Verbindung, in welchersein Schicksal mit dem Schicksal der als Kindesmörderin an-geklagten Effie Deans stand.
Rüben Butler war englischer Abkunft, aber in Schottlandgeboren. Sein Großvater, Stephan Butler, (wegen seinerFähigkeiten im Lesen und Auslegen der heiligen Schrift, derBibel-Butler genannt,) hatte bei den bürgerlichen Unruhenin der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts auf der Seite derIndependenten gesuchten, und späterhin mit einigem erübrigtenGelbe das schottische Bauergütchen Beersheba, in der Nähedes Dorfes Dalkeith erkauft, und eine junge Bäuerin gehei-rathct. Durch seinen baldigen Tod ließ er diese früh alsWittwe zurück. Mit einem dreijährigen Knaben war ihr diePflicht seiner Erhaltung geblieben, und fle ward der armenFrau durch ein andres Erbtheil von ihrem Manne, der feind-lichen Gesinnung eines hochadeligen Nachbarn, zur schwerenSorge. Religiöse und politische Zwistigkeiten theilten damalsin Schottland die Gemüther, und gaben den Leidenschaftenfreieren Spielraum. So wußte auch der Lord von Stummen-dcich, an dessen Ländereien Stephan's Gütchen grenzte, seineeigennützigen Absichten auf dasselbe zu befördern und zu glei-cher Zeit vor sich und Andern zu beschönigen, indem er dieMeinungen des Eigenthümers in das gehässigste Licht stellte.Durch Bedrückungen aller Art gelang es ihm, nach Butler'sTode der Wittwe ihr kleines Bcsihthum zu entwinden; dochwar er gnädig genug, ihr zur Fristung eines kümmerlichen