Druckschrift 
10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

Schlüssel mitgenommen. Die Thüren wurden unverzüglich an-gegriffen, mit Schmiedehämmern, Brechstangen und Pflugeisenstießen, schlugen und hieben sie gewaltsam dagegen, allein ver-geblich; das wohlbefestigte Doppelthor von Eichenholz mitstarken eisernen Beschlägen leistete hartnäckigen Widerstand.Die Leute lösten sich in diesen Bemühungen ab, und obgleichsie angestrengt arbeiteten, so gewannen sie doch nicht viel dabei.

Butler war bis zu dem Schauplatz dieses Vorgangs mit-gcführt worden, und demselben so nahe, daß das unaufhör-liche Schmettern der schweren Hämmer gegen die Eisenbän«der des Kerkerthors ihn fast taub machte. Es erwachte jetzteinige Hoffnung in ihm, das Volk werde, durch dieses Hinder-niß abgeschreckt, an seinem Unternehmen verzweifeln und csaufgeben, oder es könne während der Verzögerung die nöthigeHülfe erscheinen. Dies Letztere gewann sogar auf einige Au-genblicke Wahrscheinlichkeit.

Die Rathsherren hatten alle ihre Unterbediente und eineAnzahl Bürger, die etwas für die öffentliche Ruhe wagenmochten, um sich vereinigt; sie verließen ihren Berathungsortund näherten sich dem Schauplatz der Gefahr. Ihnen vorausgingen ihre Diener mit Fackeln und Kerzen, und ein Herold,um nöthigenfails das Aufruhrgeseh abzulcsen. Es ward ihnenleicht, die Außenwachen und Runden der Empörer vor sich her-zutreiben; da sie aber der großen Linie nahten, die jene alsHanptschntzwehr ihres Unternehmens bei den Luckcnbooths ge-zogen, wurden sie mit einem ununterbrochenen Hagel vonSteinen empfangen, und als sie weiter dringen wollten, streck-ten Picken, Flinten und Aexte sich ihnen entgegen. Einer derRathsdiener, ein starker entschlossener Mensch, wagte es den-noch, vorwärts zu gehen, Einen aus dem Haufen zu packenund ihm die Flinte zu entreißen. Allein des Beistands erman-