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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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zu hatten, doch nie so lange an einem Orte verweilend, daßman ihre Gestalten genau beobachten konnte.

Die Menge, im Anfang nicht viel über hundert stark, warnun zu Tausenden angeschwollen und wuchs jeden Augenblick.Sie theilte sich, um schneller mehrere zu High Street führendeenge Gäßchen Hinansteigen zu können, und unter beständigemTrommelwirbel und dem Zuruf, alle braven Schotten solltensich ihnen anschließen, gelangten die Ruhestörer zur Haupt-straße der Stadt und erfüllten sie fast ganz.

Das Netherbow-Thor konnte man das Tcmple-bar vonEdinburg nennen, da es, am Ende der High Street be-findlich', das eigentliche Edinburg von der Vorstadt Canvn-gatc trennt, wie Temple-bar London von Westminster scheidet.Es war für die Ruhestörer von der größten Wichtigkeit, sichdieses Einganges zu versichern, weil damals in Canongate einInfanterieregiment unter dem Commando des Oberst Moylein Quartier lag, welches, wenn es durch dieses Thor herein-gekommcn wäre, die Stadt hätte einnchmen und ihr Vorha-ben gänzlich vereiteln können. Die Anführer eilten daher zudem Netherbow-Thor, dessen sie sich auf dieselbe Weise undmit eben so geringer Mühe versicherten, wie der andern Thore.Hier ließen sic eine Abtheilung zurück j um dasselbe zn bewa-chen, welche wegen der Wichtigkeit des Postens stärker war,als die andern.

Der nächste Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit war dasWachthaus der Stadtsoldaten. Dies war nur sehr schwach be-setzt, da man diesen furchtbaren Aufstand durchaus nicht er-wartet hatte. Eine Schildwache vor demselben legte drohenddas Gewehr an, als jene heranstürmten; doch die rüstige jungeAmazone, die, wie Butler bemerkte, vor allen andern thätigwar, sprang auf den Soldaten los, rang ihm das Gewehr

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