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Häuser am Krautmarkt sind im Allgemeinen nicht schön, dochmacht der Platz einen großartigen Eindruck, da sich an der süd-lichen Seite desselben der ungeheure Felsen erhebt, worauf dasSchloß sieht, und die moosbewachsenen Zinnen und mit Thürm-chen versehenen Mauern jener alten Burg über denselben hinaus-ragen.
Noch bis vor dreißig Jahren war es Sitte, diese Espla-nade zum Schauplatz für öffentliche Hinrichtungen zu benutzen.Der verhängnißvolle Tag wurde dem Publikum angckündigtdurch das Erscheinen eines mächtigen schwarzen Galgens amöstlichen Ende des Krautmarktes. Diese Vorrichtung war vongroßer Höhe, mit einem Schaffst umgeben und eine doppelteLeiter daran gestellt, zum Hinaufsteigen des unglücklichen Delin-quenten und des Henkers. Da diese Vorrichtung beständig vorTages Anbruch aufgeschlagen wurde, so schien es, als sei derGalgen während der Nacht ans der Erde hervorgewachsen, gleichdem Werke eines bösen Dämons; und ich erinnere mich sehrwohl des Entsetzens, womit die Schulknabcn, als ich noch ihrerZahl angehörte, diese unheilvollen Vorrichtungen ansahen. Inder Nacht, die der Hinrichtung folgte, verschwand der Galgenwieder, und wurde im Schweigen und in der Dunkelheit wie-der an den Ort gebracht, wo er sich gewöhnlich befand, näm-lich in eins von den Gewölben unter dem Parlamcntshause.Diese Art der Hinrichtung ist jetzt mit einer ähnlichen vertauscht,wie sie vor Newgate stattfindet — ob mit wohlthätiger Wirkung,ist ungewiß. Die Seclenleiden des Delinquenten werden freilichabgekürzt. Er geht nicht mehr neben dem Geistlichen mit dun-keln Kleidern angethan durch einen beträchtlichen Theil derStadt, wie eine sich bewegende und gehende Leiche, währender noch ein Bewohner dieser Welt ist; da aber der letzte Zweckder Strafe in der Verhinderung der Verbrechen besteht, so ist