Elftes Kapitel.
Lei« nimmt das Leben ab in solchem Alter,Unmerklich, wie die Fluth vom Wrack dort weicht.ES regte lustig sich bei jedem Stoß,
Den Wind und Woge gab; nun aber sitztSein Kiel im Sande fest, es macht der MastJetzt einen Winkel mit dem Himmel, unbeweglich;Die weichende Fluth bewegt es immer weniger,
Bis trocken es nun auf dem Strande liegt,
Nutzlos und regungslos. Altes Schauspiel.
Als der Antiquar im Begriff war, die Thür zu öffnen, über-raschte es ihn, die gellende zitternde Stimme Elsbeth's zu hören,welche in schauerlicher und seltsamerWeise eine alte Ballade sang.„Der Häring liebt den schdnen Mondschein,
Die Makrele liebt den Wind,
Die Austern aber, die lieben Gesang.
Weil sie edlerer Abkunft sind."
Als ein fleißiger Sammler solcher Ueberbleibsel alter Dicht-kunst vermochte Oldbuck nicht über die Schwelle zu treten, dasein Ohr so gefesselt wurde; seine Hand zog instinktartigBleifeder und Schreidtasche hervor. Von Zeit zu Zeit sagtedie alte Frau, als ob sie mit Kinder spräche: — „Nur still,Kinderchen, still, still! ich will euch ein hübscher Liedchen alsdas fingen —
„Nun schweigt mir alle, Weib und Mann,
Hort, Jung und Alt, mein Wort:
Ich singe vom Grafen Glenallan,
Der focht bei Harlaw dort.
Alterthümler. III. S