„Nein, nein, ich bin kein Katholik," sagte Edie-
„Dann scher' dich zu den doppelten oder einfachen Leuten,d- h. zu den bischöfflichen oder Presbyterianern dort. Es isteine Schmach, einen Ketzer mit einem so langen weißsn Bartezu sehn, der einem Eremiten Ehre machen würde."
Ochiltree, so aus der Gesellschaft der katholischen Bettlerverwiesen, oder derjenigen, die sich so nannten, nahm nun seineStellung bei den Armen der englischen Kirche, denen der edleGeber ein doppeltes Almosen gewährte. Aber noch nie warwohl ein armer Abtrünniger von einer solchen kirchlichen Brü-derschaft rauher zurückgewiesen worden, selbst nicht in den Tagender guten Königin Anna, als die Heftigkeit in dieser Sacheden höchsten Grad erreicht hatte.
„Seht den mit seinem Schild!" sagten ste; „er hört einenvon den Königs presbpterianischen Kaplanen am Morgen je-des Geburtstages eine Predigt hersagen, und nun möcht' erfür einen von der bischöfflichen Kirche gelten! nein, nein! da-für wollen wir schon sorgen!"
Edie, der sich so von Rom und Prälaten zurückgewiesensah, stellte sich, um dem Gelächter seiner Brüder auszuweichen,gern unter die kleine Schaar der Presbyterianer, die es ent-weder verschmähten, ihre religiöse Meinung einer größer»Gabe wegen zu verläugnen, oder auch wohl wußten, daß sichder Betrug nicht wagen ließe, ohne eine Entdeckung sicher zurFolge zu haben.
Die nämliche Folgereihe ward bei der Vertheilung der Al-mosen beobachtet, welche in Brod, Fleisch und einem StückGeld bestanden, wovon jeder Einzelne sein Theil erhielt. DerAlmosenvertheiler, ein Geistlicher von ernstem Ansehen undBenehmen, versah in Person die katholischen Bettler, indemer jedem einige Fragen vorlegte, während er die Gaben er-
Alterthüniler. II. 12