92
„Nein —" sagte der Deutsche bebend, der seines SchülersFurcht zu theilen begann, „ich hoffe nicht."
Hier machte ein heftiges Niesen, welches der Bettler nicht zuunterdrücken vermochte und welches unmöglich für den schwachenSchalleines Echo's gelten konnte, da es zugleich von einem-alb-unterdrückten Husten begleitet wurde, die beiden Schatzgräbervollends bestürzt. „Der Herr sei uns gnädig!" sagte derBaronet.
„Alle guten Geister loben Gott den Herrn!" rief der er-schrockene Adept; „ich fange an zu glauben," fuhr er nach kurzemSchweigen fort, „daß man die Sache besser bei Tageslicht voll-bringen würde — daß es besser wäre, man ginge jetzt hinweg "
„Betrügerischer Schurke," sagte der Baronet, in welchemein Argwohn erwachte, welcher den Schrecken überwand und auchwohl mit dem Gefühle der Verzweiflung im Zusammenhangstand, welches der bevorstehende Ruin in ihm erweckte — „Elen-der Marktschreier, dies ist einer deiner Taschenspielerstreiche, wieduffe schon oft verübtest, um eines Versprechens entbunden zuwerden. Aber beim Himmel, ich will in dieser Nacht noch wissen,worauf ich vertraute, als ich mich zu meinem Verderben von dirzum Narren machen ließ. Wohlan denn, mag Here oder Teufelkommen, du sollst mir den Schatz zeigen, oder gestehn, daß duein Schelm und Betrüger bist; sonst will ich dich, bei dem Worteines verzweifelten und ruinirten Mannes, an einen Ort schicken,wo du Geister genug sehen sollst."
Der Schatzgräber, der vor Schrecken über die übernatür-lichen Wesen, von denen er sich umringt glaubte, sowie für seinLeben zitterte, welches von der Gnade eines verzweifelten Man-nes abhängig schien, konnte nur die Worte Hervorbringen: „MeinGönner, dies ist nicht der beste Weg. Bedenken Sie, verehrterSir, daß die Geister —"