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eine peinliche Erinnerung an Kälte, Mißtrauen oder Verrathverbittert zu werden, so sind Sie dadurch vielleicht nur einemhärtern Geschick entgangen. Schauen Sie um sich! wie wenigesehen Sie da, die alt geworden sind mit der Neigung zu denen,mit welchen sie ihre früheste Freundschaft schlossen! Die Quellenunsrer gemeinsamen Freuden trocknen allmählig aus, währendwir durch das Thal von Bacha reisen, und wir graben unsandere Cisternen, von welchen die ersten Gefährten unsererWanderschaft ausgeschlossen sind; Eifersucht, Nebenbuhlerschaft,Neid trennen Andere von unsrer Seite, bis keiner mehr beiuns bleibt, außer denen, die mit uns mehr durch Gewohnheit,als durch Zuneigung verbunden sind, oder die, uns mehr durchBlut als durch Liebe verbunden, dem alten Manne bloß deß-halb Gesellschaft im Leben leisten, damit sie bei seinem Tod!nicht vergessen werden mögen —
H»ec äata poena lliu viventibus —
Ach, Mr. Lovel, wenn es Ihr Loos ist, den kalten, völligenund trostlosen Abend des Lebens zu erreichen, so werden Siesich der Sorgen Ihrer Jugend erinnern, als der leichten Wol-ken, die für einen Augenblick die Strahlen der ausgehendenSonne auffangen. — Aber ich zwinge Ihrem Ohr da Worteans, die unverdaulich für Ihre Denkweise sind."
„Ich erkenne Ihre Freundlichkeit an," antvortete der Jüng-ling, „aber eine frisch geschlagene Wunde muß stets heftigschmerzen, und bei meinem gegenwärtigen Unglück tröstet michdie Ueberzeugung wenig, (verzeihen Sie diese Worte,) daßdas Leben nichts für mich übrig hat, als eine stete Folge vonSchmerzen. Und erlauben Sie mir hinzuzufügen: Sie, Mr.Oldbuck, haben vor vielen andern Menschen am wenigsten Ur-sache, das Leben von einer so düstern Seite zu betrachten —