bis zu MrS. Hadoway's Behausung fort. Diese gute Frauwar die Wittwe eines vormaligen Geistlichen in Fairport, undsie war, durch ihres Gatten unerwarteten Tod, in die sehrbeschränkten Umstände gerathen, worin sich die Wittwen schot-tischer Geistlichen nur zu häufig befinden- Die Wohnung,welche sie inne hatte, und das Hausgeräth, welches sie be-saß, gaben ihr die Mittel, einen Theil des Hauses zu ver-miethen, und da sich Lovel als ein stiller, regelmäßiger undeinträglicher Miethsmann zeigte, der sich bei dem nöthigenVerkehr, den beide mit einander hatten, äußerst höflich undartig benahm, so hatte Mrs. Hadoway, vielleicht an einefreundliche Behandlung nicht sehr gewöhnt, große Zuneigungzu ihm gefaßt, und gab sich Mühe, ihm jede mögliche Auf-merksamkeit zu erweisen, welche die Umstände nur immer ge-statteten. Ein Gericht etwas besser als gewöhnlich für „denarmen jungen Herrn" zu bereiten; sich bei denjenigen, diesich ihres Gatten erinnerten und ihr feinet- und ihretwillenwohlwollten, Mühe zu geben, und etwa ein seltenes Gemüse,oder sonst etwas, was ihres Gastes Eßlust reizen konnte, zuerhalten, dies war ihr eine Mühe, worin sie ihre Freude fand,obwohl sie dies sorgsam vor ihm verbarg, dessen willen esgeschah. Sie verheimlichte dieses Wohlwollen keineswegs, umdas Lachen derjenigen zu vermeiden, welche hätten vermuthenkönnen, ein glattes Gesicht, dunkle Augen und eine muntereGesichtsfarbe könnte noch immer, obwohl einer sünfundvierzig-jährigen Frau gehörend und unter einem dichtgeschloffenenWitwenschleier verborgen, auf Eroberungen auSgehen, denn,um die Wahrheit zu sagen, ein so lächerlicher Gedanke kamihr selber nie in den Sinn, und daher konnte sie auch nichtvoraussetzen, daß Jemand anders so denken werde- Aber sieverbarg ihre Aufmerksamkeiten vor ihrem Gaste nur aus Zart-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten