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9 (1851) Der Alterthümler
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Wir Härten uns umsonst ab," fuhr der Alterthümler fort,seinen Gedanken und Gefühlen nachhängcndwir Härtenuns umsonst ab, um die Wechselfälle dieser elenden, veränder-lichen Welt mit der verdienten Gleichgiltigkeit zu betrachte» wir streben umsonst, jenes sich selbstgcniigende, unverwund-bare Ding, das tereu utque rotumlun des Dichters zu seindie stoische Befreiung, welche uns die Philosophie hinsichtlichder Leiden und Plagen des Menschenlebens zu geben verheißt,ist eben so eingebildet, als der Zustand mystischer Ruhe undVollkommenheit, den manche tolle Enthusiasten erstreben."

Und der Himmel verhüte, daß es anders sei!" sagte Le-vel mit Wärmeder Himmel verhüte, daß ein Fortschrittder Philosophie im Stande wäre, unsre Gefühle abzustnmpfcn,zu verhärten, bis sie nichts mehr in Bewegung zu bringenvermöchte, als was augenblicklich und unmittelbar aus unfernselbstischen Interessen hervorgeht! Ich wollte lieber, meineHand märe so hart wie Horn, damit sie vor jedem zufälligenSchnitt oder Riß gesichert wäre, als daß ich mir den Stoi-cismus wünschen sollte, welcher mein Herz so hart wie einenMühlstein machte."

Der Alterthümler sah seinen jungen Gefährten mit einemmitleidigen Blicke an und zuckte die Achseln, während er ant-wortete:Warten Sie, junger Mann, warten Sie, bis IhrKahn den Stürmen von sechzig wcchselvollen Jahren ausge-setzt gewesen ist; in dieser Zeit werden Sie lernen die Segelzu reffe», damit das Fahrzeug dem Steuer gehorche, oder inder Sprache dieser Welt, Sic werden genug Trübsal erduldensehn und erdulden, um Ihr Gefühl und Ihr Mitleid vollaufdamit beschäftigen zu können, ohne sich mehr »m das GeschickAnderer zu bekümmern, als unvermeidlich ist."

Gut, Mr. Oldbuck, es mag so sein; da ich jedoch Ihnen