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9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
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Muslk tönte indeß in seinem Ohre fort, und hörte nicht eherauf, als bis er deutlich die Weise eines alten schottischen Lie-des zu erkennen vermochte.

Er richtete sich im Bett auf, und bemühte sich, sein Gehirnvon den Phantomen zu befreien, die ihn in dieser unruhigenNacht gepeinigt hatten. Die Strahlen der Morgensonne fie-len durch die halbgeschlossenen Laden, und ließen ein vollkom-menes Licht in das Gemach. Er schaute rings ans die Tapeten,aber die vermischten Gruppen seidener und gewebter Jägerwaren so unbeweglich, als die Nägel sie machen konnten, undzitterten nur leise in der Morgenluft, welche ihren Weg durchein halboffenes Fenster fand und über die Tapete hinglitt.Lovel stieg aus dem Bette, »nd, sich in einen Morgenrock hül-lend, den man bedächtig neben sein Bett gelegt hatte, trat eran's Fenster, welches die Aussicht nach der See gewährte; dasBrüllen der Wellen verkündigte, daß sie vom Sturme desvorigen Abends noch unruhig sei, obwohl der Morgen schönund heiter war. Das Fenster eines Thurmes, der in einemWinkel an der Wand vorsprang und so nicht ferne von Lovel'sZimmer war, stand halb offen und von dorther vernahm erauf's Neue dieselbe Musik, die wahrscheinlich seinen Traumunterbrochen hatte. Mit dem Wesen des Traumes hatte sieviel von ihrem Reiz verloren es war nun nichts weiter,als ein leidlich gut zum Klavier gesungenes Liedchen, so lau-nisch ist die Einbildungskraft hinsichtlich der Kunst- Eineweibliche Stimme sang, mit Gefühl und großer Einfachheit,ein Mittelding zwischen Lied und Hymne, deren Worte etwaso lauteten:

Was wellst du bei de» Trümmern doch,

So ernst, so bleich, du alter Mann?

Denkst ihrer früher» Pracht du noch,

Und sinnest, wie sie bald zerrann?