das Zimmer hatte zwar ein bequemes, aber keineswegs ein le-bendiges Anschn. Es war mit Tapeten behängen, welche dieFabriken von Arras im sechzehnten Jahrhundert geliefert hat-ten, und die der gelehrte, schon häufig erwähnte Typograph alseine Probe von der Kunstfertigkeit des Coutincnts mitgebrachthatte. Der Gegenstand war ein Jagdstück. Und da die belaub-ten Zweige der Waldbäume, die sich über die Tapete hinbreite-ten, die vorherrschende Farbe bildeten, so hatte man das Ge-mach die grüne Stube genannt. Grimmige Gestalten inaltflämischer Tracht, mit geschlitzten, rcichbebändertcn Wämsern,kurzen Mänteln und weiten Hosen, hielten die Jagdhunde inOrdnung und hetzten ste auf das Wild. Andre, mit Ebcr-spicßcn, Schwertern und alterthümlichcn Feuergewehren, griffen^ber und Hirsche an, die sie aufgetrieben hatten. Die Neste desdichten Waldes waren mit Vögeln von mancherlei Art bedeckt,deren jede mit ihrem eigenthümlichen Gefieder dargestellt war.Es schien, als ob die üppige und reiche Phantasie des alten Chau-cer den flandrischen Künstler mit ihrem Ncichthum begeisterthätte, und Oldbnck hatte daher die nachfolgende» Verse jenesalten und trefflichen Dichters in gothischen Buchstaben auf eineArt Einfassung, die auf die Tapete geheftet war, sticken lassen.Sieh hier die Eichen prangen, schlank und kühn,
Worunter sich der Nase», herrlich grün.
Wie frisch entsprossen, breitet. Schöner blüh»
Will jeder Baum, als sein Genoß daneben ,
Läßt rings die blätterreichen ßleste streben,
Die jugendfrisch in> Sonnenscheine glüh».
Hier goldig roth, und dort in lichten. Grün.
An einer andern Stelle las man folgende ähnliche Zeilen:Und viel pon Hirschen und von NchnKönnt' ich in jeder Richtung sehn.
Jed' Wild, das man nur denken mag,
Erfüllte ringsumher den Hag,