45
Börse nur ans Kosten seiner Zeit und seines Fleißes. Er mun-terte keineswegs jenes betriebsame Volk herumwandernder Mit-telspersonen auf, welche zwischen dem unbekannten Inhaber ei-nes Bücherladens und dem eifrigen Liebhaber lauschen und ihrenProfit zugleich aus der Unwissenheit des erster» und aus dertheuer erkauften Kenntniß des letztem ziehen. Erwähnte mandergleichen Leute in seiner Gegenwart, so verfehlte er selten an-zudeutcn, wie nothwendig es sei, den Gegenstand der Neugierimmer gleich selbst fest zu halten, und zugleich erzählte er dannseine Lieblingsgeschichte von Snuffy Davie und Caxton's Schach-spiel. — Davy Wilson," sagte er, „gewöhnlich Snuffy Davy ge-nannt, weil er von jeher den schwarzen Rappee so sehr liebte, warder erste aller Spione, um Keller und Läden nach alten seltnenBüchern zu durchforschen- Er hatte den Geruch eines Spürhun-des und griff zu wie ein Bullenbeißer. Er entdeckte unter denBlättern eines Krämers eine alte Ballade und fand eine Lclitioprinceps unter der Maske eines Cordcrius. Snuffy Davy kauftedas „Schachspiel, 1474," das erste in England gedruckte Buch,in einem Laden in Holland für etwa zwei Groschen oder zweiPence nach englischem Gelde. Er verkaufte es an Osborne fürzwanzig Pfund und eine Menge Bücher, die auch zwanzig Pfundwerth waren. Osborne verkaufte den unschätzbaren Fund wie-der an Dr. Oskew für sechzig Guineen. Bei Dr. Oskew'S Ver-steigerung," fuhr der alte Herr mit begeisterten Worten fort,„strahlte der köstliche Schatz erst in seinem vollen Werthe undward von der königlichen Majestät selbst für hundert und sieben-zig Pfund erkauft! Sollte noch ein Exemplar Vorkommen, Gottallein weiß," fnhr er, mit einem tiefen Seufzer und cmporgeho-benen Händen fort, „Gott allein weiß, was dafür bezahlt wer-den würde; und doch ward cs zuerst, durch Kenntniß und fleißi-ges Forschen um den geringen Preis von zwei Pence erhandelt.